Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Hessen

MIA ist eine zivilge­sellschaftliche Melde- und Infor­ma­tion­sstelle zum bun­desweit­en Mon­i­tor­ing von Antizigan­is­mus. Mitte 2023 hat MIA Hes­sen seine Arbeit aufgenom­men und ist eine Koop­er­a­tion des Hes­sis­chen Lan­desver­ban­des Deutsch­er Sin­ti und Roma und des Fördervere­in Roma. Gemein­sam engagieren wir uns gegen Antizigan­is­mus, für Sen­si­bil­isierung zum The­ma und für gesellschaftliche Teil­habe. Mit MIA Hes­sen wollen wir antizigan­is­tis­che Vor­fälle, erfassen, doku­men­tieren und auswerten, um Diskri­m­inierung in Hes­sen sicht­bar­er zu machen, um sie wirk­samer zu bekämpfen.
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Stadtrundgang zu Widerstand und Bürgerrechtsbewegung in Darmstadt

Der Ver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma – Lan­desver­band Hes­sen hat am 11. April und am 16. Mai einen Stadtrundgang zum The­ma „Wider­stand und Bürg­er­recht von Sin­ti und Roma“ durchge­führt. Der Stadtrundgang am 11. April wurde in Koop­er­a­tion mit der Volk­shochschule Darm­stadt durchge­führt, der Stadtrundgang am 16. Mai fand in Koop­er­a­tion mit Vibi! statt. Der Stadtrundgang am 16. Mai fand zum 80. Jahrestag des Auf­s­tandes im soge­nan­nten Zige­unerlager in Auschwitz-Birke­nau statt.

Am 16. Mai 1944 ereignete sich eine große Wider­stand­sak­tion in Auschwitz-Birke­nau. Der Lager­ab­schnitt B II e, in dem Sin­ti und Roma in Auschwitz-Birke­nau gefa­ge­nen gehal­ten wur­den, sollte aufgelöst wer­den, indem alle sich im Lager befind­en­den Per­so­n­en in den Gaskam­mern ermordet wer­den soll­ten. Die dort fest­ge­hal­te­nen Men­schen erfuhren jedoch von diesem mörderischen Plan und bewaffneten sich mit Steinen und Werkzeu­gen und ver­schanzten sich. Auf diese Weise kon­nten sie die Ermor­dung von vie­len tausend Men­schen vor­erst abwen­den.

Die Mitar­bei­t­erin Leonie Zan­der stellte in bei­den Stadtrundgän­gen an unter­schiedlichen Orten in Darm­stadt For­men des Wider­stands von Sin­ti und Roma vor. Dabei wurde auch die Arbeit der Melde- und Infor­ma­tion­sstelle Hes­sen als mögliche Form vorgestellt, um gegen Antizigan­is­mus vorzuge­hen.

Grund­lage des Rundgangs bildet die SiRo-App, eine karten­basierte App. Mit ihr macht der Hes­sis­che Lan­desver­band Orte sicht­bar, an denen Sin­ti und Roma in Hes­sen lebten und wirk­ten. Die App kann online unter siro-hessen.app abgerufen wer­den. Dadurch kann der Rundgang auch indi­vidu­ell abge­laufen wer­den. Neben dem Rundgang zu Wider­stand und Bürg­er­rechte von Sin­ti und Roma gibt es in Darm­stadt drei weit­ere Stadtrundgänge: Darm­stadt im Nation­al­sozial­is­mus und als biografis­che Rundgänge ein Rundgang zu Alwine Keck und ein Rundgang zu Mar­tin Wick.

Neben Rundgän­gen in Darm­stadt gibt es Runds­gänge in Wies­baden, Ful­da, Hanau, Gießen und Mar­burg. Die App wird stetig eweit­ert, sodass weit­ere hes­sis­che Städte fol­gen.

Stadtrundgang anlässlich des 80. Jahrestages des Aufstandes der Sinti und Roma in Auschwitz

Am 16. Mai 1944 ereignete sich eine große Wider­stand­sak­tion in Auschwitz-Birke­nau. Der Lager­ab­schnitt B II e, in dem Sin­ti und Roma in Auschwitz-Birke­nau gefa­ge­nen gehal­ten wur­den, sollte aufgelöst wer­den, indem alle sich im Lager befind­en­den Per­so­n­en in den Gaskam­mern ermordet wer­den soll­ten. Die dort fest­ge­hal­te­nen Men­schen erfuhren jedoch von diesem mörderischen Plan und bewaffneten sich mit Steinen und Werkzeu­gen und ver­schanzten sich. Auf diese Weise kon­nten sie die Ermor­dung von vie­len tausend Men­schen vor­erst abwen­den.

Anlässlich des 80. Jahrestages des Auf­s­tandes in Auschwitz-Birke­nau lädt der Hes­sis­che Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma in Koop­er­a­tion mit Vielfalt bildet! der TU Darm­stadt am 16. Mai um 16.00 Uhr zum Rundgang “Wider­stand und Bürg­er­rechts­be­we­gung von Sin­ti und Roma in Darm­stadt” ein.

Kulturabend zu Erzählkunst und Musik der Sinti und Roma am 19. April 2024 in Darmstadt

Das Eber­städter Bünd­nis gegen Antizigan­is­mus blickt auf einen gelun­genen Abend in Darm­stadt- Eber­stadt unter dem Titel „Erzäh­lkun­st und Musik der Sin­ti & Roma — Ein­flüsse auf die europäis­che Kul­tur und Geschichte“ zurück.

Der ein­führende Vor­trag von Rinal­do Strauß beleuchtete die Ein­flüsse der Erzäh­lkun­st und Musik der Sin­ti & Roma auf die europäis­che Kul­tur und Geschichte und zeigt auf, warum die „deutsche Kul­tur“ und die Kul­tur der nationalen Min­der­heit kaum voneinan­der zu tren­nen sind.
Im Anschluss präsen­tierte Die rol­lende Kulisse der Fam­i­lie Grün­holz-Richter das Märchen Der Froschkönig mit ihrem tra­di­tionellen Mar­i­onet­tenthe­aters. Die anwe­senden Kinder, aber auch die erwach­se­nen Gäste, fol­gten ges­pan­nt dem alten Märchen, welch­es durch die live gesproch­enen Stim­men zum Leben erwachte und die ein oder andere Aktu­al­isierung erfuhr. Im Anschluss erzählte Herr Richter-Grün­holz im Gespräch mit dem Mod­er­a­tor Adri­an Oeser über die Tra­di­tion des Mar­i­onet­ten­spie­lens in der Fam­i­lie und die Ver­mit­tlung von Werten durch ihre Erzäh­lkun­st.
Abgerun­det wurde der Abend durch ein Konz­ert des June Heilig Ensem­ble. Die Musik­er präsen­tierten ver­schiedene Gen­res und regten zum Aus­tausch, Tanz und Beisam­men­sein an.

Gedenkveranstaltungen anlässlich des 81. Jahrestages der Deportationen hessischer Sinti

Im Dezem­ber 1942 erließ Hein­rich Himm­ler den soge­nan­nten Auschwitz-Erlass. In ihm befahl Himm­ler die Depor­ta­tion aller im dama­li­gen Deutschen Reich leben­den Sin­ti und Roma als Zige­uner nach Auschwitz. Vor­ange­gan­gen waren bere­its Jahre der Entrech­tung, der Diskri­m­inierung und Ver­fol­gung, die nun ihren mörderischen Höhep­unkt fand. Der Befehl wurde dann im März 1943 in Hes­sen in die Tat umge­set­zt. In ganz Deutsch­land und so auch in Hes­sen, wur­den Sin­ti und Roma zusam­mengetrieben und über die lokalen Bahn­höfe in Güter­wag­gons gepfer­cht nach Auschwitz ver­schleppt. Alleine in Auschwitz-Birke­nau wur­den über 20.000 Sin­ti und Roma in den Gaskam­mern ermordet.

Die Erin­nerung an den Völk­er­mord, dem über 500.000 Men­schen zum Opfer fie­len, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Hes­sichen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma. Zum einen, um der Ermorde­ten zu gedenken und sie nicht zu vergessen. Zum anderen, weil die Beschäf­ti­gung mit der Geschichte eine War­nung für die Zukun­ft ist. Rinal­do Strauß, stel­lvertre­tender Geschäfts­führer Deutsch­er sin­ti und Roma mah­nt: “Nur wenn wir ver­ste­hen, warum so viele begeis­tert den Ver­sprechun­gen und dem Hass der Nation­al­sozial­is­ten zuges­timmt haben, kön­nen wir ver­suchen alles dafür tun, dass dies nicht wieder passiert. Wir kön­nen und müssen aus unser­er Ver­gan­gen­heit ler­nen. Der Blick zurück, zu dem was war, kann rich­tungsweisend dafür sein, was heute zu tun ist.”

In fünf hes­sis­chen Städten und Gemein­den gedacht­en Men­schen in den ver­gan­genen Wochen der entrechteten und ermorde­ten Bürger*innen ihrer Städte mit Kranznieder­legun­gen, Namensle­sun­gen und Schweigeminuten. In Wies­baden fand am 8. März eine zen­trale Gedenkver­anstal­tung der Lan­deshaupt­stadt Wies­baden zusam­men mit dem Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma in der Bahn­hof­s­traße am Mah­n­mal für die deportierten und ermorde­ten Sin­ti und Roma statt. In Gießen gedachte die Zivilge­sellschaft am 16. März der Depor­ta­tion von 16 Men­schen aus Gießen mit ein­er Gedenkver­anstal­tung im Rathaus, während bere­its am darauf­fol­gen­den Tag die Gedenkver­anstal­tung in Darm­stadt in Koop­er­a­tion mit der Ini­tia­tive Denkze­ichen Güter­bahn­hof, der Stadt Darm­stadt und der Jüdis­chen Gemeinde Darm­stadt am Güter­bahn­hof stat­tfand. In der Gal­lerie Kurzweil am Güter­bahn­hof waren am Son­ntag mor­gen über 100 Men­schen zum Gedenken zusam­mengekom­men. In Hanau und Mar­burg fan­den Kranznieder­legun­gen am 23. März statt, die von den bei­den mit­tel­großen Städten in Koop­er­a­tion mit dem Lan­desver­band zu Ehren und in Erin­nerung an die deportierten und ermorde­ten Men­schen aus­gerichtet wur­den. Über die Gedenkver­anstal­tung in Mar­burg berichtete die Hes­sen­schau, einen Artikel zur Gedenkver­anstal­tung in Gießen der Gießen­er All­ge­meinen find­en Sie hier.

Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau am 19. Februar vor vier Jahren

Am heuti­gen vierten Jahrestag des ras­sis­tis­chen Ter­ro­ran­schlags in Hanau war der Hes­sis­che Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma bei der zen­tralen Gedenkver­anstal­tung auf dem Hanauer Haupt­fried­hof. Wir trauern mit den Ange­höri­gen, gedenken der Opfer und sprechen unsere Sol­i­dar­ität aus im gemein­samen Kampf gegen Ras­sis­mus, Antizigan­is­mus, Anti­semitismus und jede Form men­schen­ver­ach­t­en­der Ein­stel­lun­gen.

Online Lehrkräftefortbildung in Kooperation mit der Hessischen Lehrkräfteakademie

Das The­ma Geschichte der Sin­ti und Roma und der nation­al­sozial­is­tis­che Völk­er­mord soll ver­stärkt in die Kern­cur­ric­u­la hes­sis­ch­er Schulen ein­fließen. Doch oft­mals fehlt es an Weit­er­bil­dungsmöglichkeit­en für Lehrkräfte sowie geeigneten Mate­ri­alien zum The­menkom­plex.

Die Hes­sis­che Lehrkräfteakademie bietet eine online Qual­i­fizierung in Koop­er­a­tion mit dem Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma an, um Lehrkräften einen Ein­stieg in die The­matik zu ermöglichen und prak­tis­che Meth­o­d­en für den eige­nen Unter­richt zu erproben.

ANMELDUNG BIS 20. FEBRUAR UNTER:

https://akkreditierung.hessen.de/web/guest/catalog/detail?tspi=232051_

Mail: Fortbildung.la@kultus.hessen.de

Tel.: 06471 328116 oder 06471 328118

Mobile Ausstellung “Der Weg der Sinti und Roma” an der VHS in Bad Homburg

Vom 26. Feb­ru­ar bis zum 22. März 2024 gastierte die mobile Ausstel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” an der VHS in Bad Hom­burg. Das WIR Vielfalt­szen­trum der Stadt Bad Hom­burg vor der Höhe und die VHS eröffnete am Abend des 26. Feb­ru­ars gemein­sam mit dem Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma die Ausstel­lung. Neben ein­er ein­führen­den Führung durch die Ausstel­lung wurde zudem der Kurz­films “All­t­ags­diskri­m­inierung” gezeigt. In ihm sprechen Betrof­fene von Antizigan­is­mus zu Wort und bericht­en über ihre Erfahrun­gen im All­t­ag.
Einen weit­eren Höhep­unkt stellte die gemein­same Eröff­nung der inter­na­tionalen Wochen gegen Ras­sis­mus dar, die am 11. März erfol­gte.

Podiumsdiskussion Dialoge von PINOT — Bildungsbausteine in Hanau

Am 22. Feb­ru­ar war der Hes­sis­che Lan­desver­band zur Podi­ums­diskus­sion “Sin­ti, Roma, Jenis­che — Wer sind Sie? von PINOT Bil­dungs­bausteine in Hanau ein­ge­laden. Fati­ma Stieb und Rinal­do Strauß ver­trat­en den Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma und unter­hiel­ten sich mit Renal­do Schwarzen­berg­er vom Zen­tral­rat der Jenis­chen Deutsch­land und Mihael Rit­ter, Vor­sitzen­der des Vere­ins Sin­ti und Roma e.V. Köln über Vorurteile, Antizigan­is­mus und die Aufk­lärungsar­beit, die die Ver­bände leis­ten. Der Mod­er­a­tor Junior Heilig führte das Gespräch und band Fra­gen aus dem Pub­likum mit ein. Der Ver­band bedankt sich für die Ein­ladung und den gelun­genen Abend.

27. Januar Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des NS

Am 27. Jan­u­ar 2024 jährte sich die Befreiung von Auschwitz zum 79. Mal. Der 27. Jan­u­ar ist aus diesem Grund der inter­na­tionale Gedenk­tag an die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus. Dieser Tag der Befreiung gilt als Sym­bol des Endes des sys­tem­a­tis­chen Massen­mordes an mehrerer Mil­lio­nen Men­schen unter ihnen auch Sin­ti, Roma, Jüdin­nen und Juden. Für viele Sin­ti und Roma kam dieser Tag jedoch zu spät. Ca. 20.000 Ange­hörige der Min­der­heit waren alleine in Auschwitz ermordet wor­den.

Den­noch ist der 27. Jan­u­ar auch ein Tag der Zusam­menkun­ft, des Gedenkens und somit auch der Hoff­nung. So haben ver­schiedene Per­so­n­en des Hes­sis­chen Lan­desver­band den 27. Jan­u­ar 2024 genutzt um mit ver­schiede­nen Men­schen an ver­schiede­nen Orten der Opfer gedenken.

Bere­its am 16. Jan­u­ar lud die Gesamtschule Ebs­dor­fer­grund den Hes­sis­chen Lan­desver­band ein, um der Opfer des Nation­al­sozial­is­mus zu gedenken. Neben 70 Schüler*innen waren der Bürg­er­meis­ter Han­no Kern, Herr Bilal Elza­y­at vom Islamis­chen Vere­in aus Mar­burg und Lehrer*innen des Kol­legiums der Gesamtschule anwe­send. Die Schüler*innen organ­isierten eine szenis­che Lesung aus dem Tage­buch der Anne Frank. Anschließend wur­den die Namen der 18 Sin­ti, die am 23.03.1943 aus Drei­hausen deportiert wur­den ver­lesen und Kerzen angezün­det.

Am offiziellen Gedenken im Hes­sis­chen Land­tag nahm der Vor­sitzende des Hes­sis­chen Lan­desver­band Adam Strauß teil, während das Vor­standsmit­glied Romano Strauß am 27. Jan­u­ar gemein­sam mit dem stel­lvertre­tenden Geschäfts­führer des Hes­sis­chen Lan­desver­ban­des am Gedenken der Stadt Darm­stadt in der Cen­tral­sta­tion teil­nah­men.