3. Eberstädter Schulprojekttage gegen Antiziganismus

Auch in die­sem Jahr ver­an­stal­tet das Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus das drit­te Mal in Fol­ge die Eber­städ­ter Schul­pro­jekt­ta­ge gegen Anti­zi­ga­nis­mus in Darm­stadt Eberstadt.

Vom 27.–29. Sep­tem­ber wird die Aus­stel­lung im Ernst-Lud­wig-Saal zu sehen sein und mit einem viel­fäl­ti­gen Pro­gramm begleitet.

Die Aus­stel­lung wird drei Tage lang für Schul­klas­sen und die Öffent­lich­keit zugäng­lich sein. 

Dar­über hin­aus freu­en wir uns Sie an fol­gen­den Ver­an­stal­tun­gen begrü­ßen zu dürfen: 

  • Diens­tag den 28.09. von 16:00–18:30 Anti­zi­ga­nis­mus ein The­ma für Schu­le und Unter­richt — eine digi­ta­le Fort­bil­dung für Pädagog*innen
  • Mitt­woch den 29.09. 16:00 Öffent­li­che Füh­rung durch die Ausstellung
  • Mitt­woch den 29.09. 17:30 Finis­sa­ge mit Buch­vor­stel­lung “Kampf um Aner­ken­nung — Vier Jahr­zehn­te Bür­ger­rechts­ar­beit des Hes­si­schen Lan­des­ver­ban­des Deut­scher Sin­ti und Roma”
  • Frei­tag den 29.10. wird vom Jugend­bil­dungs­werk der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt und dem Jugend­zen­trum Go-In ein Work­shop zum The­ma Anti­zi­ga­nis­mus angeboten

Der Weg der Sinti und Roma in Breuberg i.Odw.

Vom 27.09 bis zum 04.10.2021 wird die Aus­stel­lung des Lan­des­ver­ban­des “Der Weg der Sin­ti und Roma” an der Georg Acker­mann Schu­le in Breu­berg i.Odw. zu sehen sein. 

Wäh­rend die­ser Zeit fin­den meh­re­re Füh­run­gen mit Schul­klas­sen durch die Aus­stel­lung statt und auch für inter­es­sier­te Besucher*innen wird es die Mög­lich­keit geben die Aus­stel­lung zu betrachten.

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Zeitzeugen im Gespräch VIII: Anna Böhmer

Anna Böh­mer, gebo­ren 1926 in Als­feld, leb­te in Darm­stadt und Frank­furt. 1940 wur­de sie mit ihrer Fami­lie in das Frank­fur­ter Inter­nie­rungs­la­ger “Krupp­stra­ße” gebracht. Sie berich­tet über die Bedin­gun­gen dort und die Zwangs­ar­beit in einer Frank­fur­ter Wein­hand­lung.
Im März 1943 depor­tier­ten die Nazis sie und ihre Fami­lie nach Ausch­witz. Ihre Eltern, Geschwis­ter und Groß­el­tern wur­den ermor­det und auch ihre vie­len Onkel und Tan­ten. Sie über­leb­te als ein­zi­ge. Von Ausch­witz wur­de sie kurz vor Kriegs­en­de noch nach Ravens­brück und Wit­ten­berg an der Elbe gebracht, wo sie bis zur Befrei­ung Zwangs­ar­beit in einer Muni­ti­ons­fa­brik ver­rich­ten musste.

Das Video gibt Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu den Frank­fur­ter Inter­nie­rungs­la­gern und den Schwie­rig­kei­ten des Kamp­fes um Ent­schä­di­gung. Anna Böh­mers Antrag auf Ent­schä­di­gung an Scha­den an Gesund­heit wur­de zunächst — wie in vie­len ande­ren Fäl­len — abge­lehnt. Erst 1989 konn­te durch einen Über­prü­fungs­an­trag des Zen­tral­ra­tes Deut­scher Sin­ti und Roma ein Ver­gleich erkämpft werden.

Mit dem Laden des Vide­os bestä­ti­gen Sie die Daten­schutz-Bestim­mun­gen von You­tube, sowie dass wir ihre Ent­schei­dung in Form eines Coo­kies spei­chern dür­fen. Sie kön­nen ihre Zustim­mung jeder­zeit auf der Daten­schutz­er­klä­rung-Sei­te widerrufen.

 

Bad Zwesten: Vortrag, Film und angeregte Diskussion

Nach­dem ein Cam­ping­platz in Bad Zwes­ten in den Som­mer­fe­ri­en für Schlag­zei­len in der Pres­se gesorgt hat­te, weil er Sin­ti, die dort Urlaub machen woll­te, vom Platz ver­wies, lud die Stadt Bad Zwes­ten am 13.9.2021 den Hes­si­schen Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma ein, um über Anti­zi­ga­nis­mus zu infor­mie­ren und über die Dis­kri­mi­nie­run­gen, denen Ange­hö­ri­ge der Min­der­heit im All­tag aus­ge­setzt sind, zu berichten.

Rinal­do Strauß, der stell­ver­tre­ten­de Geschäfts­füh­rer des Hes­si­schen Lan­des­ver­bands Deut­scher Sin­ti und Roma, refe­rier­te über Geschich­te und Aus­wir­kun­gen des Anti­zi­ga­nis­mus, denn die Geschich­te von Sin­ti und Roma in Deutsch­land und Euro­pa ist eng mit der jahr­hun­der­te­lan­gen Dis­kri­mi­nie­rung ver­knüpft, die im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Völ­ker­mord gip­fel­te. Aus­ge­hend von den Ver­bre­chen rich­te­te Herr Strauß den Blick auf die Nach­wir­kun­gen und die fort­ge­setz­te Dis­kri­mi­nie­rung nach 1945 und schlug den Bogen bis zu aktu­el­len Benach­tei­li­gun­gen auf dem Woh­nungs- oder Arbeits­markt und im Bildungsbereich.

Im Anschluss an den Vor­trag wur­de der Film „All­tags­dis­kri­mi­nie­rung“ gezeigt, in dem Ange­hö­ri­ge der natio­na­len Min­der­heit der Sin­ti und Roma zu Wort kom­men. Sie spre­chen über ihre Erfah­run­gen mit Dis­kri­mi­nie­rung in All­tag, Schu­le und Berufs­le­ben und schil­dern ihren Umgang damit. Für das anschlie­ßen­de Gespräch war neben Rinal­do Strauß auch Fati­ma Stieb als Prot­ago­nis­tin des Films anwe­send. Mit den cir­ca 35 anwe­sen­den inter­es­sier­ten Gäs­ten ent­wi­ckel­te sich eine ange­reg­te Dis­kus­si­on, die zu einem gelun­ge­nen Abend beitrug.

Micha­el Köh­ler, der Bür­ger­meis­ter von Bad Zwes­ten und der Hes­si­sche Lan­des­ver­band ver­ein­bar­ten bereits, im kom­men­den Jahr gemein­sam wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen fol­gen zu lassen.

Problematische Inschrift am Beerfelder Galgen soll entfernt werden

Auf einer Info­ta­fel am Beer­fel­der Gal­gen in der Stadt Ober­zent im Oden­wald wird behaup­tet, dass dort eine “Zigeu­ne­rin” als letz­te Per­son hin­ge­rich­tet wor­den sei. Der Lan­des­ver­band hat­te die Inschrift gegen­über der Stadt pro­ble­mat­siert, sowohl wegen der Ver­wen­dung des anti­zi­ga­nis­ti­schen Begriffs als auch auf­grund der feh­len­den Quel­len­la­ge. Die Stadt hat nach Prü­fung des Sach­ver­halts beschlos­sen, den ent­spre­chen­den Teil der Inschrift zu ent­fer­nen. Der Hes­si­sche Lan­des­ver­band begrüßt die­se Ent­schei­dung. Der Hes­si­sche Rund­funk berich­te­te am 16.08.2021: “Kri­tik an Info­ta­fel in Ober­zent — Stadt ent­fernt “Zigeunerin”-Inschrift von his­to­ri­schem Gal­gen”.

Zeitzeugen im Gespräch VII: Anna Schmidt

Anna Schmidt, geb. Stein wur­de am 06.06.1927 gebo­ren (verst. 19.03.2004) und wuchs in der Nähe von Mar­burg im Kreis Mar­burg Bie­den­kopf mit ihren Geschwis­tern auf. Ihren Eltern war eine gute Schul­bil­dung sehr wich­tig und sie för­der­ten Anna Schmidt in ihrer Bil­dung solan­ge es ging. Als Fami­lie Stein nach Ausch­witz depor­tiert wer­den soll­te, wur­de den Kin­dern auf­grund von Lun­gen­ent­zün­dung eine Trans­port­un­fä­hig­keit beschei­nigt. Dadurch wur­de Anna Schmidt mit ihrer Fami­lie in das Lager in der Frank­fur­ter Die­sel­stra­ße gebracht. Dort muss­te sie Zwangs­ar­beit leis­ten und erleb­te auch die Bom­ba­die­rung Frank­furts. Sin­ti und Roma war die Benut­zung der Bun­ker bei Bom­ben­an­grif­fen verboten.

Im Video wird auch der schwe­re Kampf um Ent­schä­di­gung the­ma­ti­siert. Hier­bei wird Anna Schmidts Antrag auf Ent­schä­di­gung zunächst in den meis­ten Punk­ten abge­lehnt. Erst 1989 gelang es durch einen Über­prü­fungs­an­trag des Hes­si­schen Lan­des­ver­ban­des eine Ent­schä­di­gung für Frau Anna Schmidt zu erkämp­fen. In die­sem Antrag wur­de kri­ti­siert, dass die Gut­ach­ter selbst Haupt­ver­ant­wort­li­che für das Frank­fur­ter Lager in der Die­sel­stra­ße gewe­sen waren und aus die­sem Grund das Gut­ach­ten nicht belast­bar sei. Es konn­te ein Ver­gleich geschlos­sen werden.

Mit dem Laden des Vide­os bestä­ti­gen Sie die Daten­schutz-Bestim­mun­gen von You­tube, sowie dass wir ihre Ent­schei­dung in Form eines Coo­kies spei­chern dür­fen. Sie kön­nen ihre Zustim­mung jeder­zeit auf der Daten­schutz­er­klä­rung-Sei­te widerrufen.

 

Entschuldigung für diskriminierendes Verhalten“

Wald­cam­ping­platz Bad Zwes­ten ent­schul­digt sich bei Familie

Am 11.08.2021, sechs Tage nach­dem vier Fami­li­en vom Wald­cam­ping­platz Bad Zwes­ten mit der Begrün­dung, dass „Sin­ti und Roma auf die­sem Cam­ping­platz nicht erwünscht“ sei­en, des Plat­zes ver­wie­sen wur­den, erfolg­te die schrift­li­che Ent­schul­di­gung sei­tens des Vor­stan­des des Cam­ping­clubs Kassel.

In dem Schrei­ben heißt es: „Wir ent­schul­di­gen uns auf­rich­tig für das Vor­ge­fal­le­ne bei der Fami­lie Unger und dar­über hin­aus auch bei Ihnen und bei den durch Sie reprä­sen­tier­ten Sin­ti und Roma!“ Dar­über hin­aus wur­de der anti­zi­ga­nis­ti­sche Vor­stands­be­schluss unmit­tel­bar auf­ge­ho­ben und in Zukunft wer­de im Vor­feld geprüft, dass von Vor­ga­ben und Wei­sun­gen kei­ne dis­kri­mi­nie­ren­de Wir­kung ausgehe.

Für eine Ent­schul­di­gung bedarf es neben der Ein­sicht für das eige­ne Fehl­ver­hal­ten auch der Auf­rich­tig­keit, das gegen­über den betrof­fe­nen Fami­li­en in aller Öffent­lich­keit zuzu­ge­ben“, bemerkt Adam Strauß, der die Ent­schul­di­gung des Vor­stan­des sehr begrüßt.

Der Hes­si­sche Lan­des­ver­band bedankt sich herz­lich bei allen Mitstreiter*innen für die soli­da­ri­sche Unter­stüt­zung und blickt ange­sichts des erfah­re­nen Enga­ge­ments hoff­nungs­voll in die Zukunft. Eine funk­tio­nie­ren­de Demo­kra­tie braucht ver­läss­li­che Bündnispartner*innen, die sich für Gerech­tig­keit und gegen Dis­kri­mi­nie­rung einsetzen.

Presseberichterstattung zum antiziganistischen Vorfall in Bad Zwesten

Im Zusam­men­hang mit dem anti­zi­ga­nis­ti­schen Vor­fall auf einem Cam­ping­platz in Bad Zwes­ten, bei dem Ange­hö­ri­ge der Min­der­heit der Sin­ti und Roma des Plat­zes ver­wie­sen wur­den, wur­de in der Pres­se breit über den Vor­fall berichtet.

So berich­te­te die Frank­fur­ter Rund­schau, 11.8.2021 “Ras­sis­mus: Cam­ping­platz ver­weist Sin­ti und Roma” und ver­öf­fent­lich­te einen Kom­men­tar von Pitt von Bebenburg.

Hit Radio FFH berich­te­te eben­falls am 11.8.2021: „Ras­sis­mus-Eklat in Bad Zwes­ten. Cam­ping-Club weist Sin­ti-Fami­lie ab“.

Der Hes­si­sche Rund­funk sen­de­te einen Bei­trag in der Hes­sen­schau vom 12.8.2021 und ver­öf­fent­lich­te den Arti­kel: “ ‘Wir haben gelernt’ Cam­ping­platz weist Sin­ti-Fami­lie ab — und ent­schul­digt sich”.

“ ‘Wir neh­men kei­ne Min­der­hei­ten auf’: Cam­ping-Platz wirft Fami­lie raus” hieß es in einem Bericht von “Stern” am 12.08.2021.

Die HNA schrieb am 12.08.2021 “Raus­wurf von Sin­ti-Fami­lie: Cam­ping Club bereut ‘unsäg­li­chen Vor­fall’ ” und ergänz­te die Bericht­erstat­tung am 13.08.2021: “Cam­ping­platz-Betrei­ber in Bad Zwes­ten zeigt Reue nach Raus­wurf von Sin­ti-Fami­lie”.

Und auch RTL Hes­sen berich­te­te am 14.08.2021 über den Vor­fall im nord­hes­si­schen Bad Zwes­ten: “ ‘Wir sind scho­ckiert’ — Dis­kri­mi­nie­rung: Sin­ti-Fami­lie fliegt von Cam­ping­platz”.

Hier werden jahrhundertealte Ausgrenzungen vollkommen unverhohlen fortgeführt“

Sinti und Roma auf Waldcampingplatz Bad Zwesten nicht erwünscht

Am 05.08.2021 um ca. 13 Uhr wur­den vier Fami­li­en nach dem Auf­bau ihrer Vor­zel­te von ihrem reser­vier­ten Platz auf dem Wald­cam­ping­platz Bad Zwes­ten weg­ge­schickt – mit der Begrün­dung, dass „Sin­ti und Roma auf die­sem Cam­ping­platz nicht erwünscht“ sei­en. Die Fami­li­en muss­ten wie­der zusam­men­pa­cken und sich spon­tan einen ande­ren Stell­platz suchen. Auf Rück­fra­ge bestä­tig­te ein Mit­ar­bei­ter des Cam­ping­plat­zes dem Vor­sit­zen­den des Hes­si­schen Lan­des­ver­ban­des Deut­scher Sin­ti und Roma, Adam Strauß, dass der aus­ge­spro­che­ne Ver­weis gegen Sin­ti und Roma auf Ent­schei­dung des gesam­ten Vor­stan­des erfolgt sei.

Wir sind scho­ckiert. Hier wer­den jahr­hun­der­te­al­te Aus­gren­zun­gen voll­kom­men unver­hoh­len fort­ge­führt“, kri­ti­siert Adam Strauß. Seit Jahr­hun­der­ten wer­den Sin­ti und Roma in Euro­pa dis­kri­mi­niert und ver­folgt. Schon vor Jahr­zehn­ten kämpf­te der Lan­des­ver­band dafür, dass die dis­kri­mi­nie­ren­den Schil­der, wel­che soge­nann­ten ‚Land­fah­rern‘ den Zutritt zu Cam­ping­plät­zen ver­bo­ten, abge­hängt wer­den und ein Umden­ken stattfindet.

Dass auch heu­te noch Sin­ti und Roma nicht als zah­len­de Gäs­te will­kom­men gehei­ßen, son­dern ver­trie­ben wer­den, ist nicht hin­nehm­bar und muss mit aller Deut­lich­keit zurück­ge­wie­sen wer­den. „Zu was Anti­zi­ga­nis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus auch heu­te noch füh­ren kann, haben wir in Hal­le, Hanau, Kas­sel und Mün­chen gese­hen. Es liegt in unser aller Ver­ant­wor­tung jeg­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung ent­ge­gen­zu­tre­ten und die­se zu bekämp­fen. Es ist ein Skan­dal und ver­stößt gegen das Grund­ge­setz, dass auch heu­te noch Men­schen aus ras­sis­ti­schen Grün­den der Zugang zu Räu­men ver­wehrt wird“.

Der Hes­si­sche Lan­des­ver­band for­dert, dass die­se anti­zi­ga­nis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Aus­gren­zung unver­züg­lich auf­ge­ho­ben und sich in aller Öffent­lich­keit für die­se dis­kri­mi­nie­ren­de Anwei­sung ent­schul­digt wird.

2. August — Gedenken an den Völkermord an Sinti und Roma

Die Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt und der Ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma, Lan­des­ver­band Hes­sen, geden­ken am Mon­tag, den 2. August, des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Völ­ker­mords an Sin­ti und Roma. Bar­ba­ra Akdeniz, Bür­ger­meis­te­rin der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt, und Adam Strauß, Vor­sit­zen­der des Hes­si­schen Lan­des­ver­bands Deut­scher Sin­ti und Roma erin­nern in digi­ta­len Bot­schaf­ten an den Völkermord. 

Der 2. August ist der euro­päi­sche Gedenk­tag an den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Völ­ker­mord an Sin­ti und Roma, denn in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wur­den die etwa 4.300 Sin­ti und Roma, die noch im soge­nann­ten „Zigeu­ner­la­ger“ in Ausch­witz-Bir­ken­au ver­blie­ben waren, ermor­det. Vor allem Alte, Frau­en und Kin­der wur­den in die Gas­kam­mern getrie­ben – über­le­ben soll­te nur, wer von der SS als „arbeits­fä­hig“ ein­ge­stuft wor­den war. Dem ras­sis­ti­schen Ver­fol­gungs­wahn der Nazis fie­len etwa 500.000 Sin­ti und Roma aus ganz Euro­pa zum Opfer. Allein in Ausch­witz wur­den über 20.000 Ange­hö­ri­ge der Min­der­heit sys­te­ma­tisch ermordet.

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Die gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung des Lan­des­ver­bands und der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt fin­den Sie hier.

Wei­ter fand am 2. August am Mahn­mahl für den Völ­ker­mord an den Sin­ti und Roma in der Gro­ßen Bach­gas­se eine Kranz­nie­der­le­gung statt. Für die Stadt nahm Bür­ger­meis­te­rin Bar­ba­ra Akdeniz statt, den Lan­des­ver­band ver­trat Rinal­do Strauß, stv. Geschäfts­füh­rer des Hes­si­schen Lan­des­ver­ban­des. In Ihrer Rede beton­te Frau Bür­ger­meis­te­rin Akdeniz, dass die­ses Geden­ken anläss­lich des Jah­res­ta­ges der Ermor­dung der Sin­ti und Roma in Ausch­witz-Bir­ken­au nun jähr­lich statt­fin­den soll. 

Der Lan­des­ver­band begrüßt die­ses Bekennt­nis zur Erin­ne­rung an den Völ­ker­mord außerordentlich.