Vortrag und Stadtrundgang zur Sichtbarkeit der Geschichte von Sinti und Roma in Darmstadt

Der Lan­des­ver­band läd euch in Koope­ra­ti­on mit dem Pro­jekt der TU Darm­stadt “Viel­falt bil­det” und der VHS Frank­furt zu zwei Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt ein:

  1. Vor­trag: Sicht­bar­keit und Emanzipation

Zeit: 8. Juni 2022, 17:30 Uhr
Ort: Volks­hoch­schu­le, Gro­ße Bach­gas­se 2, 64283 Darm­stadt – Raum 11

Wor­an den­ken Sie, wenn Sie an Darm­stadt den­ken? Was sehen Sie, wenn Sie durch die Stadt gehen? Wel­che Bil­der kom­men Ihnen in den Kopf, wenn Sie an den Natio­nal­so­zia­lis­mus den­ken?
Die Geschich­te und auch das Leben von Sin­ti und Roma ist häu­fig nicht im brei­ten Bewusst­sein. Sie wird häu­fig nicht als etwas mit­ge­dacht, das zur deut­schen Geschich­te und zur All­täg­lich­keit deut­scher Städ­te dazu­ge­hört und das, obwohl Sin­ti seit über 600 Jah­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum leben. Der Vor­trag beschäf­tigt sich mit der Fra­ge, wie Sin­ti und Roma und ihre Geschich­te in Städ­ten immer wie­der unsicht­bar gemacht wur­den und zeigt die Wich­tig­keit auf, Sin­ti und Roma mit ihren Bio­gra­fien und Geschich­ten prä­sen­ter zu machen.
Hier­für wird die App des Lan­des­ver­ban­des zur Geschich­te von Sin­ti und Roma in Hes­sen kurz vor­ge­stellt. Ziel der App ist es, einen neu­en Blick auf kon­kre­te Orte zu wer­fen und Sin­ti und Roma in Hes­sen mit ihrer Geschich­te sicht­bar zu machen.

2. Bio­gra­phi­scher Stadt­rund­gang: Sin­tez­za und Über­le­ben­de des Völ­ker­mor­des Alwi­ne Keck


Start: Mahn­mal zum Geden­ken an die Ver­fol­gung der Sin­ti und Roma durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten, Lud­wig Metz­ger Platz
Län­ge: ca. 5 km
Dau­er: ca. 2,5 Stunden

Der Rund­gang zeigt ver­schie­de­ne Orte Darm­stadts aus der Per­spek­ti­ve von Alwi­ne Keck und bin­det auch his­to­ri­sche Berich­te von ihr sowie Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen mit ein.

Alwi­ne Keck, geb. Adam wuchs mit ihren neun Geschwis­tern in Okrif­tel, zwi­schen Frank­furt am Main und Wies­ba­den, auf und zog mit 17 Jah­ren nach Darm­stadt. In Darm­stadt ange­kom­men, nahm die Poli­zei ihr und ihren Fami­li­en­mit­glie­dern die Fin­ger­ab­drü­cke ab und regis­trier­te sie in der soge­nann­ten ‚Zigeuner’-Kartei. 1943 wur­de Alwi­ne mit ihrer Fami­lie über den Darm­städ­ter Güter­bahn­hof in das ‚Zigeu­ner­la­ger‘ Ausch­witz-Bir­ken­au depor­tiert und 1945 aus einem Arbeits­la­ger nach Wit­ten­berg durch die sowje­ti­sche Armee befreit. Von ihrer Fami­lie über­leb­te außer ihr nur ihre Mut­ter, alle ande­ren wur­den ermor­det. Nach ihrer Befrei­ung leb­ten Alwi­ne und ihre Mut­ter wie­der in Darmstadt.

Anmel­dung über: vielfalt.bildet@apaed.tu-darmstadt.de

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