Aufklärungsarbeit bei der Polizei

Vom 6. bis 24. Juni fan­den an der Hes­si­schen Hoch­schu­le für Poli­zei und Ver­wal­tung in Wies­ba­den Pro­jekt­wo­chen gegen Anti­zi­ga­nis­mus statt.

Der Ver­band zeig­te in die­ser Zeit sei­ne Aus­stel­lung “Horn­haut auf der See­le”. Neben der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung am 7. Juni, bei dem der Autor der Aus­stel­lung Dr. Udo Eng­bring-Romang durch die Aus­stel­lung führ­te, orga­ni­sier­te der Lan­des­ver­band in Koope­ra­ti­on mit der Hoch­schu­le unter ande­rem einen Work­shop zu Stu­die­ren­den-Gui­des durch die Aus­stel­lung, einen Work­shop zur Sen­si­bi­li­sie­rung für Ras­sis­mus und eine Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zur Bür­ger­rechts­ar­beit der Minderheit.

 

Vortrag zur zweiten Schuld

Im Rah­men des Darm­städ­ter Gedenk­jah­res 2016 hat der His­to­ri­ker Dr. Udo Eng­bring-Romang einen Vor­trag anläss­lich des 60. Jah­res­tags des ras­sis­ti­schen Urteils des Bun­des­ge­richts­hof 1956 gehal­ten. Das Urteil ver­wehr­te teil­wei­se Über­le­ben­den des Völ­ker­mordsGedenkjahr_2016_Bild eine Ent­schä­di­gung für ihre Lei­den in den Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­gern der Nationalsozialisten.

Stadt­rä­tin Iris Bach­mann als Ver­tre­te­rin der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt und  Rinal­do Strauß vom Lan­des­ver­band hiel­ten Grußworte.

„60 Jah­re — Ver­sag­te Ent­schä­di­gung der Sin­ti und Roma durch den Bundesgerichtshof“
Vor­trag von Dr. Udo Engbring-Romang
Datum: Do. 09.06.2016, 18:00 Uhr
Ort: Jus­tus-Lie­big-Haus, Foyer

Das Pro­gramm des Darm­städ­ter Gedenkjahres

Ausstellung auf dem Hessentag 2016

Vom 20. bis zum 29. Mai war unser Ver­band mit der neu­en mobi­len Aus­stel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” auf dem Hes­sen­tag in Her­born ver­tre­ten. Ins­ge­samt haben sich rund 1500 Besu­che­rin­nen und Besu­cher unse­re Aus­stel­lung angeschaut.

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Unse­re Aus­stel­lung war Teil der Lan­des­aus­stel­lung auf dem Hes­sen­tag, die Minis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier am Sams­tag 21. Mai eröffnete.

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Minis­ter­prä­si­dent Bouf­fier, Rinal­do Strauß vom Lan­des­ver­band, Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Ull­rich (RP Gießen)
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Besuch von Wil­li van Ooy­en (Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Die Linke)
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Der SPD-Arbeits­kreis Sozia­les in der Ausstellung

Lesung und Podiumsdiskussion in Gießen

Die Stu­die­ren­den­ver­tre­tung (AStA) der Uni­ver­si­tät Gie­ßen orga­ni­siert im Som­mer­se­mes­ter eine Ver­an­stal­tungs­rei­he zu Anti­zi­ga­nis­mus und zeigt die mobi­le Aus­stel­lung des Lan­des­ver­bands “Horn­haut auf der See­le” vom 2. bis 28. Mai 2016 im Guth­schrift Anti­qua­ri­at, Bahn­hof­stra­ße 26, 35390 Gie­ßen. Besich­ti­gungs­zei­ten sind Mo. bis Fr. zwi­schen  11 und 19 Uhr und Sa. zwi­schen 10:30 und 18:30 Uhr.

Die Eröff­nungs­ver­an­stal­tung der Rei­he fand in Koope­ra­ti­on mit unse­rem Lan­des­ver­band am Abend des 3. Mai 2016 in der Alten Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek in Gie­ßen statt.

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Rinal­do Strauß vom Hes­si­schen Landesverband
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Fati­ma Stieb las aus den Lebens­er­in­ne­run­gen der Gie­ße­ner Sin­te­za und Über­le­ben­den des Völ­ker­mords Anna Mett­bach. Anna Mett­bach wur­de 1926 in Ulfa (Wet­terau) gebo­ren und 1942 als Sech­zehn­jäh­ri­ge von Schwein­furt aus nach Ausch­witz ver­schleppt. 1944 wur­de sie in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück ver­bracht und muss­te bei Sie­mens in Wol­ken­burg (Sach­sen) Zwangs­ar­beit leis­ten. Kurz vor Kriegs­en­de wur­de sie auf einen Todes­marsch in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au geschickt. Sie enga­gier­te sich zeit­le­bens dafür, dem erneu­ten Auf­kom­men eines Faschis­mus ent­ge­gen­zu­wir­ken. Anna Mett­bach starb am 23. Novem­ber 2015 in Gießen.

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Nach der Lesung fand eine von Mal­te Clau­sen mode­rier­te Podi­ums­dis­kus­si­on zu
„Ver­fol­gungs­ge­schich­te und Dis­kri­mi­nie­rung heu­te“ mit Joa­chim Bren­ner (För­der­ver­ein Roma e.V. Frank­furt), Dr. Udo Eng­bring-Romang (Gesell­schaft für Anti­zi­ga­nis­mus­for­schung) und Rinal­do Strauß (Lan­des­ver­band) statt.

Podium

Das gesam­te Pro­gramm der Ver­an­stal­tungs­rei­he:

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Der Gie­ße­ner Anzei­ger hat die Auf­takt­ver­an­stal­tung ange­kün­digt.

 

Bundesverdienstkreuz für Prof. Wilhelm Solms

Dem Mar­bur­ger Pro­fes­sor für Ger­ma­nis­tik Wil­helm Solms wur­de am 11. April das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen. Die Ehrung durch den Mar­bur­ger Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Tho­mas Spies erfolg­te auf­grund der jahr­zehn­te­lan­gen Arbeit Wil­helm Solms gegen den Antiziganismus.

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Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Tho­mas Spies, Pro­fes­sor Dr. Wil­helm Solms und Staats­mi­nis­ter Dr. Tho­mas Schä­fer. Foto: Phil­ipp Höhn

Wil­helm Solms ist Grün­dungs­mit­glied und Vor­sit­zen­der der Gesell­schaft für Anti­zi­ga­nis­mus­for­schung, ein Zusam­men­schluss von For­schen­den, die sich kri­tisch mit den “Zigeu­ner­bil­dern” der Gesell­schaft befas­sen, die Sin­ti und Roma seit Jahr­hun­der­ten über­ge­stülpt wer­den. Für den Lan­des­ver­band, den eine lang­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit mit der Gesell­schaft für Anti­zi­ga­nis­mus­for­schung ver­bin­det, nahm Roma­no Strauß teil.

Arti­kel von das Marburger

 

Gedenken in Marburg

Mari­an Zachow, Anne Opper­mann, Dr. Franz Kah­le, Roma­no Strauß, Dr. Tho­mas Spies und Hein­rich Löwer. Bild: Hei­ko Krau­se, Stadt Marburg

Am 23. März wur­de der Depor­ta­ti­on von Sin­ti aus Mar­burg und Umge­bung ins Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au vor 73 Jah­ren gedacht. Am Geden­ken nah­men gemein­sam mit etwa 50 Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auch Roma­no Strauß als Ver­tre­ter des Lan­des­ver­bands und der Mar­bur­ger Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Tho­mas Spieß sowie Bür­ger­meis­ter Dr. Franz Kah­le und Stadt­ver­ord­ne­ten­vor­ste­her Hein­rich Löwer teil.

Der Ober­bür­ger­meis­ter ver­ur­teil­te in sei­ner Anspra­che die natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­bre­chen und wies auf die jahr­hun­der­te­lan­ge Ver­fol­gungs­ge­schich­te der Min­der­heit seit dem Mit­tel­al­ter hin. Er the­ma­ti­sier­te auch die bis heu­te andau­ern­de Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung von Sin­ti und Roma und erklär­te es zur Ver­ant­wor­tung von Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft, für eine offe­ne und von Respekt getra­ge­ne Gesell­schaft ein­zu­tre­ten. Roma­no Strauß drück­te in sei­ner Anspra­che sei­ne Freu­de über alle Men­schen aus, die sich gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für eine fried­li­che Gesell­schaft einsetzen.

Roma­no Strauß vom Lan­des­ver­band, Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Tho­mas Spies und Stadt­ver­ord­ne­ten­vor­ste­her Hein­rich Löwer. Bild: Hei­ko Krau­se, Stadt Marburg

Gedenken an die deportierten Sinti aus Gießen

Am 16. März 2016 wur­de in einer Stun­de der Erin­ne­rung und Mah­nung der Depor­ta­ti­on der Gie­ße­ner Sin­ti in das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au vor 73 Jah­ren gedacht.

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Mahn­mal am Gie­ße­ner Rat­haus (Foto: Cherubino)

In einer bewe­gen­den Anspra­che hob die Gie­ße­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin Diet­lind Gra­be-Bolz auch die Ver­diens­te der Gie­ße­ner Sin­tez­za Anna Mett­bach her­vor, die als Über­le­ben­de des Völ­ker­mords uner­müt­lich gegen Faschis­mus und Ras­sis­mus kämpf­te und im ver­gan­ge­nen Novem­ber verstarb.

Wie die Ober­bür­ger­meis­te­rin warn­te auch Rinal­do Strauß als Ver­tre­ter des Lan­des­ver­bands vor dem der­zei­ti­gen Erstar­ken rech­ter Bewe­gun­gen in der Bun­des­re­pu­blik und erklär­te, dass Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung nicht nur in der Ver­gan­gen­heit exis­tier­ten, son­dern auch heu­te noch zum All­tag von Ange­hö­ri­gen der Min­der­heit gehören.

Prof. Ben­ja­min Ort­mey­er von der For­schungs­stel­le NS-Päd­ago­gik der Uni­ver­si­tät Frank­furt hob in sei­nem Vor­trag die beson­de­ren Grau­sam­kei­ten her­vor, denen Sin­ti und Roma im soge­nann­ten Zigeu­ner­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au aus­ge­setzt waren und zu denen auch die men­schen­ver­ach­ten­den Ver­su­che an Kin­dern durch den NS-Arzt Josef Men­ge­le zäh­len. Ins­ge­samt fie­len den Nazis schät­zungs­wei­se 500.000 Sin­ti und Roma in Euro­pa zum Opfer. Von den 40.000 deut­schen und öster­rei­chi­schen Sin­ti und Roma wur­den 20.000 Men­schen aus ras­sis­ti­schen Grün­den — vom Klein­kind bis zum Greis — ermordet.

Dass die Über­le­ben­den auch in der Nach­kriegs­zeit gro­ßes Unrecht erfuh­ren, wur­de von der Ober­bür­ger­meis­te­rin als auch von Herrn Strauß und Herrn Ort­mey­er betont. Ange­sichts anhal­ten­der Res­sen­ti­ments gegen Sin­ti und Roma bat beim anschlie­ßen­den Gebet der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­chen Pfar­rer Andre­as Specht alle Sin­ti und Roma um Ver­ge­bung ange­sichts von “Schwei­gen und Gleich­gül­tig­keit” in der Mehrheitsbevölkerung.

Am 23. März wur­den Stol­per­stei­ne für Ver­folg­te des Nazi­re­gimes ver­legt, dar­un­ter auch für Pere­gri­nus und Kla­ra Mett­bach, die in Ausch­witz star­ben, und ihre Toch­ter Maria Mett­bach, die wie ihre Schwä­ge­rin Anna Mett­bach den Völ­ker­mord überlebte.

Foto: Gie­ße­ner Anzeiger

Zur Gedenk­stun­de hat der Gie­ße­ner Anzei­ger einen umfang­rei­chen Arti­kel verfasst.

Zur Ver­fol­gungs­ge­schich­te der Gie­ße­ner Fami­lie Mett­bach hat der Gie­ße­ner Anzei­ger eben­falls einen aus­führ­li­chen Arti­kel veröffentlicht.

Infor­ma­tio­nen zur Ver­le­gung der Stol­per­stei­ne fin­den Sie eben­falls im Gie­ße­ner Anzei­ger sowie  bei der Gie­ße­ner All­ge­mei­nen.

Beratung für Betroffene von rassistischer Gewalt

Die ers­te hes­sen­wei­te Bera­tungs­stel­le für Betrof­fe­ne von rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt „respon­se“ hat vor Kur­zem ihre Arbeit aufgenommen.

Sie kön­nen die Bera­tungs­stel­le hier erreichen:

respon­se.

Bera­tung für Betrof­fe­ne von rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt

ein Ange­bot der bil­dungs­stät­te anne frank

Han­sa­al­lee 150

60320 Frank­furt am Main

T  + 49. 69. 560 00 241

F + 49. 69. 560 00 250

www.response-hessen.de

Lehrerhandreichung für Hessens Schulen erschienen

Unser Lan­des­vor­sit­zen­de Adam Strauß hat am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag, den 28. Janu­ar, gemein­sam mit dem Hes­si­schen Kul­tus­mi­nis­ter Lorz der Öffent­lich­keit eine Leh­rer­hand­rei­chung zur Ver­fol­gungs­ge­schich­te von Sin­ti und Roma vorgestellt.

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v.l.n.r.: Dr. Udo Eng­bring-Romang (Haupt­au­tor der Hand­rei­chung), Mir­ko Mey­er­ding (Mit­au­tor), Dr. Mar­lis Sewe­ring-Woll­anek (Mit­au­torin), Adam Strauß (Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des), Fati­ma Stieb (Ange­hö­ri­ge der Min­der­heit), Prof. Alex­an­der Lorz (Kul­tus­mi­nis­ter), Gui­do Seib (Schul­lei­ter)

Die neue Leh­rer­hand­rei­chung wur­de an der Brü­der-Grimm-Schu­le in Stein­au a. d. Stra­ße (Main-Kin­zig-Kreis) prä­sen­tiert und wird vom Kul­tus­mi­nis­te­ri­um aus an alle Hes­si­schen Schu­len versendet.

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Adam Strauß (Vor­sit­zen­der des Landesverbands)

Neben Adam Strauß, der in sei­ner Rede auf die Not­wen­dig­keit ver­wies, das The­ma Anti­zi­ga­nis­mus an allen Hes­si­schen Schu­len ver­pflich­tend zu unter­rich­ten, berich­te­te auch Fati­ma Stieb ein­drück­lich von all­täg­lich erfah­re­nen Dis­kri­mi­nie­run­gen und Rassismus.

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Fati­ma Stieb

Ein Pres­se­be­richt von Osthessen-News

Bil­der: HKM

Projektschultag in Dieburg

Am 26. Janu­ar haben Rinal­do Strauß und Mal­te Clau­sen vom Hes­si­schen Lan­des­ver­band an der Goe­the-Schu­le in Die­burg einen Pro­jekt­tag gegen Anti­zi­ga­nis­mus im Rah­men der dor­ti­gen Schul­pro­jekt­wo­che durch­ge­führt. Mal­te Clau­sen lei­te­te einen Work­shop zur Sen­si­bi­li­sie­rung für Ras­sis­mus und zur Funk­ti­ons­wei­se des Anti­zi­ga­nis­mus an. Im Anschluss stand Rinal­do Strauß den Schü­le­rin­nen und Schü­lern Rede und Ant­wort und führ­te durch die neue mobi­le Aus­stel­lung des Lan­des­ver­bands “Der Weg der Sin­ti und Roma”, die wäh­rend der Pro­jekt­wo­che von den Ange­hö­ri­gen der Schu­le besich­tigt wer­den könnte.

Hier lesen Sie den Bericht des Darm­städ­ter Echos.