Kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus – Thema stößt auf reges Interesse bei Schüler/innen der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach/Ts.

Am 12.2.2021 war der Lan­des­ver­band mit einem digi­ta­len Vor­trag an der Albert-Ein­stein-Schu­le in Schwal­bach im Tau­nus. Rinal­do Strauß sprach vor ca. 80 Schüler/innen, die als Beauf­trag­te des Pro­jek­tes “Schu­le ohne Ras­sis­mus — Schu­le mit Cou­ra­ge (SoR)” tätig sind. Ein­füh­rend wur­de vom Pro­jekt­be­auf­trag­ten Wil­li Jahncke auf die anti­zi­ga­nis­ti­schen Äuße­run­gen im Rah­men der WDR-Sen­dung „Die letz­te Instanz“ und auf die Kri­tik dar­an Bezug genom­men, um die Aktua­li­tät zu ver­deut­li­chen. Im Vor­trag selbst ging es dann um die Geschich­te des Anti­zi­ga­nis­mus und sei­ne Aus­wir­kun­gen bis zum natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Völ­ker­mord. Dar­über hin­aus wur­den die Kon­ti­nui­tä­ten nach 1945 und die Kämp­fe der Bür­ger­rechts­be­we­gung bis heu­te thematisiert.

Nach dem Vor­trag wur­den vie­le inter­es­sier­te Fra­gen gestellt und über wei­te­re Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten gesprochen.

Veranstaltung anlässlich des 27. Januar

Am 28. Janu­ar hielt Rinal­do Strauß im Rah­men einer Ver­an­stal­tung anläss­lich des Holo­caust­ge­denk­ta­ges an der Nell-Bre­u­ning-Schu­le einen Vor­trag zum The­ma “Wie ‘Zigeu­ner­bil­der’ einen Völ­ker­mord mög­lich mach­ten. Mit dabei waren neben etwa 80 Schü­le­rIn­nen auch der Bür­ger­meis­ter der Stadt Röder­mark Jörg Rot­ter und die Schul­lei­te­rin Chris­ti­ne Döbert, sowie der Geschichts­leh­rer Andre­as Zies. Einen aus­führ­li­chen Bericht zu die­ser gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung gibt es hier.

#WeRemember — Zeitzeugengespräche online

Am 27. Janu­ar geden­ken wir der Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Aber wir tun das nicht nur heu­te. Wir ver­öf­fent­li­chen hier von nun an regel­mä­ßig Zeit­zeu­gen­ge­sprä­che, in denen Betrof­fe­ne von ihrer Dis­kri­mi­nie­rung und Ver­fol­gung als Sin­ti oder Roma wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus berich­ten. Die Auf­zeich­nun­gen sind schon älter, die Doku­men­ta­ti­on der Berich­te der hier vor­ge­stell­ten Zeit­zeu­g­in­nen und Zeit­zeu­gen aber umso wich­ti­ger. Die Vide­os kön­nen auch über unse­ren You­tube-Kanal oder über Face­book abon­niert wer­den und ste­hen hier auf unse­rer Web­site unter Fil­me zur Verfügung. 

Im aktu­el­len Video berich­tet Spi­net­ta Wei­mer über ihre Ver­fol­gung im Nationalsozialismus.Spinetta Wei­mer wur­de 1933 in Atten­dorn gebo­ren. Über Dort­mund wur­de sie mit ihrer Mut­ter und ihren vier Geschwis­tern 1943 nach Ausch­witz depor­tiert. Hier star­ben drei ihrer Geschwis­ter, die jüngs­te Schwes­ter war gera­de ein­mal 9 Mona­te alt. Von Ausch­witz wur­de Sie mit ihrer Mut­ter in das Frau­en­kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück und dann wei­ter nach Ber­gen-Bel­sen gebracht, wo Sie schließ­lich befreit wur­de. Spi­net­ta Wei­mar berich­tet über die grau­sa­men Erfah­run­gen und auch über die gesund­heit­li­chen und psy­chi­schen Fol­gen. Der Film schil­dert außer­dem den schwie­ri­gen Kampf um Entschädigung.

Mit dem Laden des Vide­os bestä­ti­gen Sie die Daten­schutz-Bestim­mun­gen von You­tube, sowie dass wir ihre Ent­schei­dung in Form eines Coo­kies spei­chern dür­fen. Sie kön­nen ihre Zustim­mung jeder­zeit auf der Daten­schutz­er­klä­rung-Sei­te widerrufen.

 

Neuerscheinung: Kampf um Anerkennung. Buch über die Bürgerrechtsarbeit des Landesverbandes

Mal­te Clau­sen und Rinal­do Strauß: “Kampf um Aner­ken­nung. Vier Jahr­zehn­te Bür­ger­rechts­ar­beit des Hes­si­schen Lan­des­ver­ban­des Deut­scher Sin­ti und Roma

Pas­send zum bereits erschie­ne­nen gleich­na­mi­gen Film über die Bür­ger­rechts­ar­beit des Lan­des­ver­bands wur­de dazu nun auch ein Buch ver­öf­fent­licht. Es befasst sich aus­ge­hend von den für den Film geführ­ten Inter­views mit ver­schie­de­nen Berei­chen der Bür­ger­rechts­ar­beit und lässt dabei die Betei­lig­ten der Bewe­gung und ihre Ver­bün­de­ten selbst zu Wort kom­men. Mei­len­stei­ne des Kamp­fes um Aner­ken­nung aus vier Jahr­zehn­ten der in den 1970ern gegrün­de­ten Bewe­gung wer­den so auf anschau­li­che Wei­se doku­men­tiert. Das Buch schlägt dabei einen Bogen von der Situa­ti­on der Über­le­ben­den des NS-Völ­ker­mords in der Nach­kriegs­zeit bis zu Anti­zi­ga­nis­mus und der Bür­ger­rechts­ar­beit heute.

Das Buch kos­tet 10,00 € und ist über den Buch­han­del erhältlich.

Ver­lag I‑verb.de | ISBN 978–3‑9397862–16‑4 | © 2020 / Ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma, LV Hessen

Neue Onlineausstellung

Unse­re neue Online­aus­stel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” ist fer­tig. Eine Spre­che­rin kom­men­tiert die gut 30 Aus­stel­lungs­ta­feln in einer Art kur­zem Rund­gang. In ca. 5 Minu­ten erhält man so einen Über­blick über die Geschich­te der Sin­ti und Roma in Deutsch­land, es geht um Dis­kri­mi­nie­rung und Ver­fol­gun­gen, aber auch um die begin­nen­de Aner­ken­nung als natio­na­le Minderheit. 

Antiziganismus in der Sozialen Arbeit — Vortrag mit Dr. Markus End

Am Don­ners­tag, den 10.12.2020 hielt Dr. Mar­kus End im Rah­men einer Online-Lehr­ver­an­stal­tung an der Frank­furt Uni­ver­si­ty of App­lied Sci­en­ces (UAS) einen Vor­trag über „Anti­zi­ga­nis­mus in der Sozia­len Arbeit“. Rund 70 Stu­die­ren­de des Fach­be­reichs 4 „Sozia­le Arbeit und Gesund­heit“ nah­men dar­an teil. Die Ver­an­stal­tung fand in Koope­ra­ti­on mit dem Lan­des­ver­band stand. 

Ausstellung und digitaler Vortrag im Projekt ‘Vielfalt bildet!’

Unse­re Aus­stel­lung „Der Weg der Sin­ti und Roma“ konn­te trotz Coro­na mit den ent­spre­chen­den Hygie­ne­auf­la­gen vom 23.–27.11.2020 in den Ver­eins­räu­men von Roza e.V. in Darm­stadt gezeigt und besucht werden.

Als Begleit­pro­gramm bot der Lan­des­ver­band den digi­ta­len Vor­trag „Wie Zigeu­ner­bil­der einen Völ­ker­mord mög­lich machen“ für Schüler*innen der Hein­rich Ema­nu­el Merck Schu­le an, der auch Stu­die­ren­de offen war.

Viel­falt bil­det!‘ ist ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt des Insti­tuts für All­ge­mei­ne Päd­ago­gik und Berufs­päd­ago­gik der TU Darm­stadt, mit dem Lan­des­ver­band und mit ver­schie­de­nen Selbst­or­ga­ni­sa­tio­nen (Die Brü­cke e. V., Roza e. V., Initia­ti­ve Schwar­ze Men­schen in Deutsch­land Bund e.V.), der Bil­dungs­stät­te Anne Frank und der Hein­rich-Ema­nu­el-Merck-Schu­le Darm­stadt. Ziel des Pro­jekts ist es, gemein­sam rassismus‑, anti­zi­ga­nis­mus- und anti­se­mi­tis­mus­kri­ti­sche Bil­dungs­an­ge­bo­te zu gestalten.

Ausstellungseröffnung “Der Weg der Sinti und Roma” in Gudensberg

Vom 17.09. bis zum 30.09. zeig­te der Lan­des­ver­band sei­ne Aus­stel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” in Guden­s­berg. Die Aus­stel­lung konn­te am 17.09. mit Hygie­nekon­zept eröff­net wer­den und war gut besucht. Der Hes­sisch-Nie­der­säch­si­sche Anzei­ger vom 19.09.2020 berich­te­te.

Fati­ma Stieb, Mit­glied im Hes­si­schen Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma, eröff­ne­te die Aus­stel­lung mit einem Gruß­wort. “Man hat unse­re Men­schen seit ihrer Ankunft im deutsch­spra­chi­gen Raum immer wie­der zu ‘Zigeu­nern’ gemacht. Was heißt das? Man hat sie aus­ge­grenzt, hat sie in ihrem beruf­li­chen Fort­kom­men behin­dert und dis­kri­mi­niert. Man hat ihnen ver­wei­gert, sich anzu­sie­deln und man hat sie immer wie­der ver­trie­ben. Kurz: man hat ihnen ver­bo­ten ein Teil der Gesell­schaft zu sein, wie alle ande­ren. Schließ­lich hat man sie ver­folgt und ermor­det, bis hin zum organ­sier­ten Völ­ker­mord im Natio­nal­so­zia­lis­mus.”, beton­te Fati­ma Stieb. Die­se Dis­kri­mi­nie­rung ende­te jedoch nicht nach 1945, son­dern sie wirkt bis heu­te wei­ter. Anschlä­ge wie in Hal­le, Hanau, und Wäch­ters­bach oder auf den Regie­rungs­prä­si­den­ten Wal­ter Lüb­cke erin­nern immer wie­der dar­an, das Rechts­ter­rro­ris­mus wie­der zunimmt. Das mache zivil­ge­sell­schaft­li­ches Enga­ge­ment, wie es sich hier in Guden­s­berg zei­ge, umso wichtiger.

Im Anschluss lei­te­te der His­to­ri­ker und Autor der Aus­stel­lung Dr. Udo Eng­bring-Romang mit einem Eröff­nungs­vor­trag in das The­ma der Aus­stel­lung die 600 jäh­ri­ge Geschich­te der Sin­ti und Roma im deutsch­spra­chi­gen Raum und ihre Ver­fol­gung ein.

Gedenken an die Deportationen am 27. September 1942 in Darmstadt

Auch in die­sem Jahr nahm Roma­no Strauß, Vor­stand des Lan­des­ver­ban­des, als des­sen Ver­tre­ter an dem Geden­ken an die aus Darm­stadt depor­tier­ten Juden und Sin­ti 1942/43 an dem gemein­sa­men Mahn­mahl am Güter­bahn­hof teil. Maria Strauß, deren Fami­lie aus Darm­stadt depor­tiert wur­de, hielt ein Groß­wort. Sie mahnt, dass auch heu­te immer mehr Sin­ti, Roma und Juden sich nicht trau­en öffent­lich als die­se erkenn­bar zu sein und ihre Iden­ti­tät ver­ste­cken. “Sie haben Angst vor Angrif­fen, Beschimp­fun­gen, Benach­tei­li­gun­gen und Aus­gren­zung. Eine Angst, die mich sehr trau­rig macht. Es macht mich trau­rig, wenn Kin­der vor ihren Freun­den einen Teil ihrer Iden­ti­tät ver­heim­li­chen müs­sen. Es macht mich trau­rig, dass Ange­hö­ri­ge unse­rer Min­der­hei­ten, Juden, Sin­ti und Roma, auf der Stra­ße Angst haben müssen.”

Ins­be­son­de­re in Zei­ten des Rechts­ter­ro­ris­mus müs­se der Staat sei­ner Pflicht Min­der­hei­ten zu schüt­zen nachkommen. 

Dritte Eberstädter Projekttage gegen Antiziganismus

Im Sep­tem­ber 2020 ver­an­stal­te­te der Lan­des­ver­band zusam­men mit dem Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus zum drit­ten Mal in Fol­ge die “Eber­städ­ter Pro­jekt­ta­ge gegen Anti­zi­ga­nis­mus”. Auch die­ses mal konn­te wie­der ein span­nen­des Pro­gramm prä­sen­tiert wer­den, wel­ches sich ins­be­son­de­re an Lehr­kräf­te und Sozialpädagog*innen richtete.

(mehr …)