Anlässlich des Gedenktages am 2. August für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma fand in Darmstadt eine vielfältige Veranstaltungsreihe statt. Ziel war es, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten, über die Geschichte und Verfolgung der Sinti und Roma zu informieren und zugleich auf die Bedeutung der Bürgerrechtsarbeit sowie den weiterhin notwendigen Kampf gegen Antiziganismus aufmerksam zu machen.
Den Auftakt bildete die Gedenkveranstaltung am Mahnmal in der Bachgasse in Darmstadt. Im Mittelpunkt standen die Erinnerung an die rund 4.300 Sinti und Roma, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, sowie ein gemeinsames Zeichen gegen das Vergessen. Gruß- und Redebeiträge aus Politik, Stadt und Zivilgesellschaft sowie die musikalische Begleitung durch das Sunny Franz Duo gestalteten die Gedenkstunde. Mehr als 70 Menschen nahmen daran teil.

Ergänzend wurde im Justus-Liebig-Haus die Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ gezeigt. Führungen boten Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich vertieft mit der Geschichte und den Lebenswegen der Sinti und Roma auseinanderzusetzen. Die Ausstellung war vom 2. bis zum 16. August öffentlich zugänglich.

Ein besonderer Schwerpunkt der Reihe lag auf persönlichen Erinnerungen. Bei einer Lesung aus dem Buch „Flucht – Internierung – Deportation – Vernichtung“ wurden die Lebens- und Leidensgeschichten von Angehörigen der Vorlesenden vorgestellt. Die persönlichen Bezüge machten die Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung eindrücklich erfahrbar und verdeutlichten die Bedeutung der Weitergabe von Erinnerungen an nachfolgende Generationen.
Der 11. August stand im Zeichen des Austauschs mit Politik und Verwaltung. Oberbürgermeister Hanno Benz, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Kulturausschuss der Wissenschaftsstadt Darmstadt besuchten die Ausstellung und informierten sich über die Arbeit des Landesverbandes. Im anschließenden Austausch wurden unter anderem Fragen der Erinnerungsarbeit, Bildung und der gesellschaftlichen Situation der Sinti und Roma thematisiert.


Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete die Vorführung des Films „Kampf um Anerkennung – Vier Jahrzehnte Bürgerrechtsarbeit des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen“.Der Film gab Einblicke in die politische Organisierung und Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma seit 1979. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde gemeinsam über Erinnerung, Anerkennung und den anhaltenden Kampf gegen Antiziganismus diskutiert. Den Abschluss bildete ein offener Austausch mit dem Publikum.

Insgesamt erreichte die Veranstaltungsreihe rund 150 Besucherinnen und Besucher vor Ort. Auch über die Veranstaltungen hinaus wurden die Inhalte über die Social-Media-Kanäle des Landesverbandes einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf Instagram, Facebook und TikTok wurden insgesamt 28 Beiträge veröffentlicht, die zusammen mehr als 35.000 Aufrufe und über 1.100 Likes erzielten.
Die Veranstaltungsreihe hat damit Räume für Erinnerung, Begegnung und Austausch geschaffen. Sie machte deutlich, dass eine lebendige Erinnerungskultur, die Bürgerrechtsarbeit und ein konsequentes Engagement gegen Antiziganismus auch heute von großer Bedeutung sind.