Filmvorführung “Der lange Weg der Sinti und Roma”

Im Rah­men der Akti­ons­wo­che des Pro­jek­tes “Viel­falt bil­det! Ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dungs­ar­beit gemein­sam gestal­ten” lud der Hes­si­sche Lan­des­ver­band zu einer digi­ta­len Film­vor­füh­rung des kürz­lich mit dem Deut­schen Men­schen­rechts-Film­preis 2022 aus­ge­zeich­ne­ten Film “Der lan­ge Weg der Sin­ti und Roma”.
Die 45-minü­ti­ge Doku­men­ta­ti­on the­ma­ti­siert den Kampf der Bür­ger­rechts­be­we­gung um Aner­ken­nung und Ent­schä­di­gung und lässt Protagonist*innen selbst zu Wort kom­men. So auch die Holo­caust­über­le­ben­de Zil­li Schmidt, die im Alter von 98 Jah­ren ver­gan­ge­nen Okto­ber ver­stor­ben ist. Sie wid­me­te die letz­ten Jah­re ihres Lebens, um als Zeit­zeu­gin von ihrem Leben zu berich­ten.

Das Publi­kum nutz­te die Gele­gen­heit mit dem Fil­me­ma­cher Adri­an Oeser und Fati­ma Stieb für den Hes­si­schen Lan­des­ver­band nach der Film­vor­füh­rung in den Aus­tausch zu gehen. Beson­ders ange­regt wur­de die Fra­ge dis­ku­tiert, wie der The­men­kom­plex Anti­zi­ga­nis­mus in den schu­li­schen Lehr­plan inte­griert wer­den kann.

Workshop zu Antiziganismus und rechtem Terror

An der Tagung “Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät in der Zei­ten­wen­de. Wie wei­ter in der kirch­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus?” der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Kir­che und Rechts­ex­tre­mis­mus, die am 11. & 12. Novem­ber 2022 in Frank­furt am Main statt­fand, war der Lan­des­ver­band mit einem Work­shop ver­tre­ten. Ina Ham­mel hat vor dem Hin­ter­grund des ras­sis­ti­schen Anschlags in Hanau am 19. Febru­ar 2019, zu des­sen Opfern auch Roma zähl­ten, über anti­zi­ga­nis­tisch moti­vier­te rech­te Gewalt in der Bun­des­re­pu­blik berich­tet. Die Teil­neh­men­den des Work­shops zeig­ten reges Inter­es­se am The­ma und es wur­de ange­regt diskutiert.

Vortrag zum Thema Antiziganismus an Albert-Einstein-Schule

Im Okto­ber luden enga­gier­te Lehr­kräf­te der Albert-Ein­stein-Schu­le in Groß-Bie­berau den Hes­si­schen Lan­des­ver­band ein, zum The­ma Anti­zi­ga­nis­mus zu spre­chen. In einem his­to­ri­schen Abriss stell­te Rinal­do Strauß die Lei­dens­ge­schich­te der Min­der­heit vom 15. Jahr­hun­dert bis heu­te vor.
Anfangs noch schüch­tern, stell­ten die Schüler*innen nach und nach ihre Fra­gen zum The­ma Anti­zi­ga­nis­mus, wel­ches im Schul­all­tag häu­fig nicht the­ma­ti­siert wird. Von beson­de­rem Inter­es­se war für die Schüler*innen daher mehr über die Her­kunft von Sin­ti und Roma zu erfah­ren und an die Grä­eul­ta­ten an der Min­der­heit über sechs Jah­hun­der­te hin­weg zu erinnern. 

Die Albert-Ein­stein-Schu­le schreibt im Anschluss an die Ver­an­stal­tung auf ihrer Web­sei­te: “Als Schu­le sieht sich die AES in der Ver­ant­wor­tung, sich Hass, Dis­kri­mi­nie­rung und Anti­zi­ga­nis­mus entgegenzustellen (…).”

Die­ses Selbst­ver­ständ­nis und Enga­ge­ment begrüßt der Hes­si­sche Lan­des­ver­band außer­or­dent­lich und ermu­tigt die Schul­mit­glie­der wei­ter­hin aktiv gegen dis­kri­mi­nie­rung und Ras­sis­mus zu sein. 

Stadtrundgang in Kooperation mit der VHS Darmstadt zum Thema Widerstand und Bürgerrechtsbewegung

Erneut bot der Hes­si­sche Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma den Stadt­rund­gang zum The­ma Wider­stand und Bür­ger­rechts­be­we­gung in Darm­stadt an. Im Rah­men des Herbst-/Win­ter­pro­gramms der Darm­städ­ter VHS führ­te Leo­nie Zan­der am 04.10.2022 eine Grup­pe von 20 Per­so­nen durch Darm­stadt und beleuch­te­te Orte der Wider­stän­dig­keit. Was bedeu­tet Wider­stand in einer Dik­ta­tur? Wel­che Spu­ren von Wider­stand von Sin­ti in Darm­stadt kön­nen wir heu­te noch fin­den? Ist Erin­nern bereits eine Form des Wider­stan­des? Mit die­sen Fra­gen beschäf­tig­ten sich die Teil­neh­men­den bei schöns­tem Herbst­wet­ter auf dem 2,5 stün­di­gen Rund­gang und lern­ten Darm­stadt aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve kennen.

Den Stadt­rund­gang zu Wider­stand und Bür­ger­rechts­be­we­gung kann in der SiRo-App (siro-hessen.app) nach­ge­le­sen oder auch nach­ge­lau­fen werden.

Stadtrundgang zum Thema „Widerstand und Bürgerrechtsbewegung“ durch Darmstadt

Im Rah­men der jähr­li­chen Ver­an­stal­tun­gen des Eber­städ­ter Bünd­nis­ses gegen Anti­zi­ga­nis­mus bot der Hes­si­sche Lan­des­ver­band am 27.09.22 einen Stadt­rund­gang zum The­ma Wider­stand und Bür­ger­rechts­be­we­gung in Darm­stadt an. Die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen Leo­nie Zan­der und Ali­ce Reitz, führ­ten eine Grup­pe von 10 Per­so­nen an Orte des Wider­stands gegen Ver­fol­gung und Depor­ta­ti­on. Dabei wur­den ver­schie­de­ne Bio­gra­phien wie die von Oskar und Vin­zenz Rose sowie Hein­rich K. beleuch­tet, die in unter­schied­lichs­ter Wei­se wider­stän­dig agier­ten. Zudem begab sich die Grup­pe an Orte, die für die begin­nen­den Bür­ger­rechts­be­we­gung in den 1970er und 1980er Jah­ren von Bedeu­tung waren. Die Teil­neh­men­den zeig­ten sich inter­es­siert und stell­ten vie­le Fra­gen.

Der Rund­gang wird kom­men­den Diens­tag, den 04.10.22 noch­mals in Koope­ra­ti­on mit der VHS Darm­stadt ange­bo­ten und ist bereits aus­ge­bucht. Der Lan­des­ver­band freut sich über das rege Inter­es­se an der loka­len Geschich­te von Sin­ti und Roma in Darm­stadt.
Die Infor­ma­tio­nen zu den Rund­gän­gen kön­nen auch indi­vi­du­ell über die App siro-hessen.app abge­ru­fen werden.

80 Jahre — Gedenken an die Deportationen aus Darmstadt

Die Initia­ti­ve Gedenk­ort Güter­bahn­hof Darm­stadt lud am Sonn­tag den 25.09.2022 zum Geden­ken an die vor 80 Jah­ren aus Darm­stadt depor­tier­ten Juden und Jüdin­nen sowie Sin­ti ein. Trotz Regen ver­sam­mel­ten sich am Sonn­tag­vor­mit­tag rund 30 Per­so­nen am Denk­zei­chen Güter­bahn­hof. Roma­no Strauß (Vor­stand Lan­des­ver­band) und Maria Strauß (Mit­glied Lan­des­ver­band) ver­tra­ten den Hes­si­schen Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma mit einem Gruß­wort. Zudem spra­chen Rena­te Dree­sen für die Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güter­bahn­hof, die Vize­prä­si­den­tin des hes­si­schen Land­tags, Hei­ke Hof­mann sowie Stadt­rat Micha­el Kol­mer. Für einen musi­ka­lisch stim­mungs­vol­len Rah­men sorg­te Irith Gabrie­ly an der Klarinette.

Die Initia­ti­ve bestehend aus dem Arbeits­kreis ehe­ma­li­ge Syn­ago­ge Pfungstadt e.V., der Darm­städ­ter Geschichts­werk­statt e.V., der Gesell­schaft für christ­lich-jüdi­sche Zusam­men­ar­beit Darm­stadt, der GEW Stadt­ver­band Darm­stadt, der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gime — Bund der Anti­fa­schis­ten Star­ken­burg, der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt sowie der Jüdi­schen Gemein­de Darm­stadt ver­an­stal­ten jähr­lich eine Gedenk­ver­an­stal­tung zur Erin­ne­rung an die 1942 und 1943 aus Darm­stadt depor­tier­ten Men­schen. Unter ihnen auch vie­le Darmstädter*innen. Sie wur­den in die Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­ger in Polen ver­schleppt. Die meis­ten über­leb­ten dies nicht.

Europaabgeordneter Romeo Franz spricht in Darmstadt zur Situation von Roma im Zuge des Krieges in der Ukraine

Das Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus setz­te in die­sem Jahr den Fokus auf den Krieg in der Ukrai­ne. So freu­te es die Mit­glie­der des Bünd­nis­ses, dass Romeo Franz, Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter von Bünd­nis 90/ DIE GRÜNEN, Bür­ger­recht­ler und ehe­ma­li­ger Vor­stand der Hil­de­gard Lang­ren­ne Stif­tung, für den 23.09.2022 nach Darm­stadt Eber­stadt kam. 

Romeo Franz sprach in sei­nem Vor­trag im Ernst-Lud­wig-Saal über die Situa­ti­on von Roma im Zuge des Krie­ges in der Ukrai­ne und zeig­te ein­drück­lich, wie sich die Situa­ti­on von Roma zuneh­mend ver­schlech­tert. Dabei berich­te­te Romeo Franz von sei­ner Rei­se in die Ukrai­ne vor weni­gen Wochen, die er zusam­men mit Meh­met Dai­ma­gü­ler, Beauf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung gegen Anti­zi­ga­nis­mus und Dani­el Strauß, Geschäfts­füh­rer von Rom­noK­her antrat.
Im Anschluss an den Vor­trag kam es zu einer ange­reg­ten Dis­kus­si­on zwi­schen den Teilnehmenden.

Das Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus ist ein loka­les Bünd­nis aus ver­schie­de­nen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Akteur*innen und Ein­zel­per­so­nen, wel­ches sich für die Auf­klä­rung über Anti­zi­ga­nis­mus ein­setzt. Bereits das vier­te Jahr in Fol­ge orga­ni­sis­ert das Bünd­nis Ver­an­stal­tun­gen zum Thema.

Workshop zur Bildungssituation von Sinti und Roma im Rahmen der Tagung „Vielfalt bildet! Rassimus- und diskriminierungskritische Bildung in Praxis und Diskurs“

Als enger Koope­ra­ti­ons­part­ner des Pro­jekts „Viel­falt bil­det!“ war der Hes­si­sche Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma an der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Tagung „Viel­falt bil­det! Ras­sis­mus- und dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­sche Bil­dung in Pra­xis und Dis­kurs“ am 16. und 17. Sep­tem­ber im Scha­der Forum beteiligt.

Die Tagung hat­te zum Ziel wis­sen­schaft­li­che sowie außer­uni­ver­si­tä­re und ins­be­son­de­re akti­vis­ti­sche Per­spek­ti­ven zu ver­bin­den. Neben den The­men Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus soll­te der The­men­kom­plex Anti­zi­ga­nis­mus eine zen­tra­le Rol­le ein­neh­men. Dr. Katha­ri­na Rhein vom Hes­si­schen Lan­des­ver­band the­ma­ti­sier­te in ihrem Work­shop die Bil­dungs­si­tua­ti­on von Sin­ti und Roma. Die anschlie­ßen­de Dis­kus­si­ons­run­de mode­rier­te Dr. Olga Zit­zels­ber­ger von der TU Darm­stadt. So hat­ten die Teil­neh­men­den die Gele­gen­heit Rück­fra­gen zu stel­len und in den Aus­tausch zu tre­ten. Mit ins­ge­samt 170 Teil­neh­men­den war die Tagung ein Erfolg und bot vie­le Mög­li­che­kei­ten zur Vernetzung.

Fortbildung zum Thema Antiziganismus im Polizeipräsidium Frankfurt

Zusam­men mit dem Bil­dungs­fo­rum Anti­zi­ga­nis­mus (Ber­lin) und dem För­der­ver­ein Roma e.V. (Frank­furt) führ­te der Hes­si­sche Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma eine Fort­bil­dung zum The­ma Anti­zi­ga­nis­mus bei der Frank­fur­ter Poli­zei durch. Knapp 20 Beamt*innen waren zur Fort­bil­dung im Sep­tem­ber ein­ge­la­den und setz­ten sich in dem ganz­tä­gi­gen Work­shop mit anti­zi­ga­nis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung aus­ein­an­der. Wie lässt sich Anti­zi­ga­nis­mus defi­nie­ren? Wer ist davon betrof­fen? Und wel­che Fol­gen hat das für Betrof­fe­ne? Die­sen Fra­gen gin­gen die Expert*innen der drei Insti­tu­tio­nen in ihren Vor­trä­gen und Erfah­rungs­be­rich­ten nach. Auch die Refle­xi­on der eige­nen poli­zei­li­chen Pra­xis und der Rol­le der Insti­tu­ti­on Poli­zei wur­de im Rah­men der Fort­bil­dung ange­sto­ßen.
Für den Hes­si­schen Lan­des­ver­band war Rinal­do Strauß mit einem Gruß­wort vor Ort und Dr. Katha­ri­na Rhein vom Hes­si­schen Lan­des­ver­band hat einen Input­vor­trag zur Rol­le der Frank­fur­ter Poli­zei bei der Ver­fol­gung von Sin­ti und Roma zur Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik und des Natio­nal­so­zia­lis­mus vorbereitet.

Zudem wur­de die mobi­le Aus­stel­lung „Hin­ter­Fra­gen. Sin­ti und Roma — eine Min­der­heit zwi­schen Ver­fol­gung und Selbst­be­stim­mung“ des Bil­dungs­fo­rums Anti­zi­ga­nis­mus im Zuge der Fort­bil­dung eröff­net. Sie ist bis Ende des Jah­res in ver­schie­de­nen Poli­zei­dienst­stel­len zu sehen.

Gedenken anlässlich des 78. Jahrestages des 2. August 1944 in Darmstadt

Am 02. August 2022 gedach­ten rund 60 Darmstädter*innen der Ermor­dung von Sin­ti und Roma in Ausch­witz-Bir­ken­au vor 78 Jah­ren. Sie waren den Ein­la­dun­gen des hes­si­schen Lan­des­ver­bands, der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt sowie der Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güter­bahn­hof gefolgt.

Das Sascha Rein­hardt und Sun­ny Franz Duo eröff­ne­ten die Ver­an­stal­tung am Mahn­mal zum Geden­ken an die Ver­fol­gung der Sin­ti und Roma im Natio­nal­so­zia­lis­mus und rahm­ten die Ver­an­stal­tung mit Gitar­re und Gei­ge musi­ka­lisch pas­send ein. Zudem spra­chen die Bür­ger­meis­te­rin Bar­ba­ra Akdeniz, der stell­ver­tre­ten­de Geschäfts­füh­rer des hes­si­schen Lan­des­ver­bands Rinal­do Strauß sowie Rena­te Dree­sen von der Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güterbahnhof.