Stadtrundgang zum Thema „Widerstand und Bürgerrechtsbewegung“ durch Darmstadt

Im Rah­men der jähr­li­chen Ver­an­stal­tun­gen des Eber­städ­ter Bünd­nis­ses gegen Anti­zi­ga­nis­mus bot der Hes­si­sche Lan­des­ver­band am 27.09.22 einen Stadt­rund­gang zum The­ma Wider­stand und Bür­ger­rechts­be­we­gung in Darm­stadt an. Die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen Leo­nie Zan­der und Ali­ce Reitz, führ­ten eine Grup­pe von 10 Per­so­nen an Orte des Wider­stands gegen Ver­fol­gung und Depor­ta­ti­on. Dabei wur­den ver­schie­de­ne Bio­gra­phien wie die von Oskar und Vin­zenz Rose sowie Hein­rich K. beleuch­tet, die in unter­schied­lichs­ter Wei­se wider­stän­dig agier­ten. Zudem begab sich die Grup­pe an Orte, die für die begin­nen­den Bür­ger­rechts­be­we­gung in den 1970er und 1980er Jah­ren von Bedeu­tung waren. Die Teil­neh­men­den zeig­ten sich inter­es­siert und stell­ten vie­le Fra­gen.

Der Rund­gang wird kom­men­den Diens­tag, den 04.10.22 noch­mals in Koope­ra­ti­on mit der VHS Darm­stadt ange­bo­ten und ist bereits aus­ge­bucht. Der Lan­des­ver­band freut sich über das rege Inter­es­se an der loka­len Geschich­te von Sin­ti und Roma in Darm­stadt.
Die Infor­ma­tio­nen zu den Rund­gän­gen kön­nen auch indi­vi­du­ell über die App siro-hessen.app abge­ru­fen werden.

80 Jahre — Gedenken an die Deportationen aus Darmstadt

Die Initia­ti­ve Gedenk­ort Güter­bahn­hof Darm­stadt lud am Sonn­tag den 25.09.2022 zum Geden­ken an die vor 80 Jah­ren aus Darm­stadt depor­tier­ten Juden und Jüdin­nen sowie Sin­ti ein. Trotz Regen ver­sam­mel­ten sich am Sonn­tag­vor­mit­tag rund 30 Per­so­nen am Denk­zei­chen Güter­bahn­hof. Roma­no Strauß (Vor­stand Lan­des­ver­band) und Maria Strauß (Mit­glied Lan­des­ver­band) ver­tra­ten den Hes­si­schen Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma mit einem Gruß­wort. Zudem spra­chen Rena­te Dree­sen für die Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güter­bahn­hof, die Vize­prä­si­den­tin des hes­si­schen Land­tags, Hei­ke Hof­mann sowie Stadt­rat Micha­el Kol­mer. Für einen musi­ka­lisch stim­mungs­vol­len Rah­men sorg­te Irith Gabrie­ly an der Klarinette.

Die Initia­ti­ve bestehend aus dem Arbeits­kreis ehe­ma­li­ge Syn­ago­ge Pfungstadt e.V., der Darm­städ­ter Geschichts­werk­statt e.V., der Gesell­schaft für christ­lich-jüdi­sche Zusam­men­ar­beit Darm­stadt, der GEW Stadt­ver­band Darm­stadt, der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gime — Bund der Anti­fa­schis­ten Star­ken­burg, der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt sowie der Jüdi­schen Gemein­de Darm­stadt ver­an­stal­ten jähr­lich eine Gedenk­ver­an­stal­tung zur Erin­ne­rung an die 1942 und 1943 aus Darm­stadt depor­tier­ten Men­schen. Unter ihnen auch vie­le Darmstädter*innen. Sie wur­den in die Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­ger in Polen ver­schleppt. Die meis­ten über­leb­ten dies nicht.

Europaabgeordneter Romeo Franz spricht in Darmstadt zur Situation von Roma im Zuge des Krieges in der Ukraine

Das Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus setz­te in die­sem Jahr den Fokus auf den Krieg in der Ukrai­ne. So freu­te es die Mit­glie­der des Bünd­nis­ses, dass Romeo Franz, Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter von Bünd­nis 90/ DIE GRÜNEN, Bür­ger­recht­ler und ehe­ma­li­ger Vor­stand der Hil­de­gard Lang­ren­ne Stif­tung, für den 23.09.2022 nach Darm­stadt Eber­stadt kam. 

Romeo Franz sprach in sei­nem Vor­trag im Ernst-Lud­wig-Saal über die Situa­ti­on von Roma im Zuge des Krie­ges in der Ukrai­ne und zeig­te ein­drück­lich, wie sich die Situa­ti­on von Roma zuneh­mend ver­schlech­tert. Dabei berich­te­te Romeo Franz von sei­ner Rei­se in die Ukrai­ne vor weni­gen Wochen, die er zusam­men mit Meh­met Dai­ma­gü­ler, Beauf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung gegen Anti­zi­ga­nis­mus und Dani­el Strauß, Geschäfts­füh­rer von Rom­noK­her antrat.
Im Anschluss an den Vor­trag kam es zu einer ange­reg­ten Dis­kus­si­on zwi­schen den Teilnehmenden.

Das Eber­städ­ter Bünd­nis gegen Anti­zi­ga­nis­mus ist ein loka­les Bünd­nis aus ver­schie­de­nen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Akteur*innen und Ein­zel­per­so­nen, wel­ches sich für die Auf­klä­rung über Anti­zi­ga­nis­mus ein­setzt. Bereits das vier­te Jahr in Fol­ge orga­ni­sis­ert das Bünd­nis Ver­an­stal­tun­gen zum Thema.

Workshop zur Bildungssituation von Sinti und Roma im Rahmen der Tagung „Vielfalt bildet! Rassimus- und diskriminierungskritische Bildung in Praxis und Diskurs“

Als enger Koope­ra­ti­ons­part­ner des Pro­jekts „Viel­falt bil­det!“ war der Hes­si­sche Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma an der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Tagung „Viel­falt bil­det! Ras­sis­mus- und dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­sche Bil­dung in Pra­xis und Dis­kurs“ am 16. und 17. Sep­tem­ber im Scha­der Forum beteiligt.

Die Tagung hat­te zum Ziel wis­sen­schaft­li­che sowie außer­uni­ver­si­tä­re und ins­be­son­de­re akti­vis­ti­sche Per­spek­ti­ven zu ver­bin­den. Neben den The­men Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus soll­te der The­men­kom­plex Anti­zi­ga­nis­mus eine zen­tra­le Rol­le ein­neh­men. Dr. Katha­ri­na Rhein vom Hes­si­schen Lan­des­ver­band the­ma­ti­sier­te in ihrem Work­shop die Bil­dungs­si­tua­ti­on von Sin­ti und Roma. Die anschlie­ßen­de Dis­kus­si­ons­run­de mode­rier­te Dr. Olga Zit­zels­ber­ger von der TU Darm­stadt. So hat­ten die Teil­neh­men­den die Gele­gen­heit Rück­fra­gen zu stel­len und in den Aus­tausch zu tre­ten. Mit ins­ge­samt 170 Teil­neh­men­den war die Tagung ein Erfolg und bot vie­le Mög­li­che­kei­ten zur Vernetzung.

Fortbildung zum Thema Antiziganismus im Polizeipräsidium Frankfurt

Zusam­men mit dem Bil­dungs­fo­rum Anti­zi­ga­nis­mus (Ber­lin) und dem För­der­ver­ein Roma e.V. (Frank­furt) führ­te der Hes­si­sche Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma eine Fort­bil­dung zum The­ma Anti­zi­ga­nis­mus bei der Frank­fur­ter Poli­zei durch. Knapp 20 Beamt*innen waren zur Fort­bil­dung im Sep­tem­ber ein­ge­la­den und setz­ten sich in dem ganz­tä­gi­gen Work­shop mit anti­zi­ga­nis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung aus­ein­an­der. Wie lässt sich Anti­zi­ga­nis­mus defi­nie­ren? Wer ist davon betrof­fen? Und wel­che Fol­gen hat das für Betrof­fe­ne? Die­sen Fra­gen gin­gen die Expert*innen der drei Insti­tu­tio­nen in ihren Vor­trä­gen und Erfah­rungs­be­rich­ten nach. Auch die Refle­xi­on der eige­nen poli­zei­li­chen Pra­xis und der Rol­le der Insti­tu­ti­on Poli­zei wur­de im Rah­men der Fort­bil­dung ange­sto­ßen.
Für den Hes­si­schen Lan­des­ver­band war Rinal­do Strauß mit einem Gruß­wort vor Ort und Dr. Katha­ri­na Rhein vom Hes­si­schen Lan­des­ver­band hat einen Input­vor­trag zur Rol­le der Frank­fur­ter Poli­zei bei der Ver­fol­gung von Sin­ti und Roma zur Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik und des Natio­nal­so­zia­lis­mus vorbereitet.

Zudem wur­de die mobi­le Aus­stel­lung „Hin­ter­Fra­gen. Sin­ti und Roma — eine Min­der­heit zwi­schen Ver­fol­gung und Selbst­be­stim­mung“ des Bil­dungs­fo­rums Anti­zi­ga­nis­mus im Zuge der Fort­bil­dung eröff­net. Sie ist bis Ende des Jah­res in ver­schie­de­nen Poli­zei­dienst­stel­len zu sehen.

Gedenken anlässlich des 78. Jahrestages des 2. August 1944 in Darmstadt

Am 02. August 2022 gedach­ten rund 60 Darmstädter*innen der Ermor­dung von Sin­ti und Roma in Ausch­witz-Bir­ken­au vor 78 Jah­ren. Sie waren den Ein­la­dun­gen des hes­si­schen Lan­des­ver­bands, der Wis­sen­schafts­stadt Darm­stadt sowie der Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güter­bahn­hof gefolgt.

Das Sascha Rein­hardt und Sun­ny Franz Duo eröff­ne­ten die Ver­an­stal­tung am Mahn­mal zum Geden­ken an die Ver­fol­gung der Sin­ti und Roma im Natio­nal­so­zia­lis­mus und rahm­ten die Ver­an­stal­tung mit Gitar­re und Gei­ge musi­ka­lisch pas­send ein. Zudem spra­chen die Bür­ger­meis­te­rin Bar­ba­ra Akdeniz, der stell­ver­tre­ten­de Geschäfts­füh­rer des hes­si­schen Lan­des­ver­bands Rinal­do Strauß sowie Rena­te Dree­sen von der Initia­ti­ve Denk­zei­chen Güterbahnhof.

Anmeldungen zur Tagung “Vielfalt bildet! Rassismus- und diskriminierungskritische Bildung in Praxis und Diskurs” jetzt möglich

Der Lan­des­ver­band ist im Rah­men des Pro­jek­tes “Viel­falt bil­det!” an der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Tagung “Viel­falt bil­det! Ras­sis­mus- und dis­kri­mi­nie­rungs­kri­ti­sche Bil­dung in Pra­xis und Dis­kurs” betei­ligt. Die Tagung bie­tet ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm, dar­un­ter auch eine Ver­an­stal­tung zur Bil­dungs­si­tua­ti­on von Sin­ti und Roma in Deutsch­land und eine zu Anti­zi­ga­nis­mus­kri­ti­scher Bil­dung. Statt fin­det das gan­ze am 16. & 17.09.2022 in den Räu­men der Scha­der-Stif­tung in Darmstadt.

Anmel­dung und nähe­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Im Rah­men der Tagung fin­det außer­dem eine Aus­stel­lung der Künst­le­rin Zoya Sadri unter dem Titel „Din­ge und Ereig­nis­se“ statt. Sie wird vom 14.–25.09.22 in den Räu­men der Scha­der-Stif­tung in Darm­stadt zu sehen sein. Hier gibt es nähe­re Infos. 

Zum Tagungs­fly­er

Workshops an Schulen und Hochschulen im Juli

In die­ser Woche hat der Lan­des­ver­band gleich meh­re­re Work­shops und Ver­an­stal­tun­gen durch­ge­führt. Am 19.07.22 fand unter dem Titel “Spu­ren­su­che zu Geschich­te und Gegen­wart von Sin­ti und Roma – ein inter­ak­ti­ver Stadt­rund­gang” ein Work­shop mit Stu­die­ren­den im Aner­ken­nungs­jahr an der Hoch­schu­le Darm­stadt statt. Die Stu­die­ren­den konn­ten sich über die Arbeit des Lan­des­ver­ban­des infor­mie­ren, erhiel­ten aber vor allem die Mög­lich­keit sich inten­siv mit der neu­en SiRo-App zu befas­sen und sie aus­zu­pro­bie­ren. Anschlie­ßend wur­den die Erfah­run­gen gemein­sam reflek­tiert. An die­ser Stel­le vie­len Dank für die vie­len wich­ti­gen Rückmeldungen!

Am 20.07.22 war der Lan­des­ver­band mit einem Work­shop zu All­tags­dis­kri­mi­nie­rung von Sin­ti und Roma am Georg-Büch­ner-Gym­na­si­um in Bad Vil­bel ver­tre­ten. Dort konn­ten sich die Schüler*innen an einem Men­schen­rechts­tag mit unter­schied­li­chen The­men befas­sen, so auch mit Antiziganismus. 

Wie­der­um an der Hoch­schu­le Darm­stadt wur­den am 21.07.22 unter­schied­lichs­te auch künst­le­ri­sche Arbei­ten von Stu­die­ren­den prä­sen­tiert, die gemein­sam die Gedenk­stät­te in Ausch­witz besucht hat­ten. Auf ganz unter­schied­li­che Art und Wei­se wur­den hier die Erfah­run­gen und Ein­drü­cke ver- bzw. bear­bei­tet. Als Teil des Pro­gramms waren wir zu einem Gespräch ein­ge­la­den, in dem Rinal­do Strauß, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer des Lan­des­ver­ban­des, unter ande­rem über sei­ne Erfah­run­gen als Sohn von Über­le­ben­den des Völ­ker­mords berich­te­te. Neben Fra­gen des Umgangs mit die­ser trau­ma­ti­sie­ren­den Gewalt­er­fah­rung und den Fol­gen bis heu­te, ging es auch um all­ge­mei­ne­re Fra­gen der Fort­set­zung von Dis­kri­mi­nie­rung und um die Rol­le Sozia­ler Arbeit im Umgang mit die­ser heute.

Biographischer Stadtrundgang zum Leben Alwine Kecks mit Leonie Zander anhand der SiRo App

Am 09. Juni 2022 traf sich eine Grup­pe Inter­es­sier­ter am Mahn­mal für die Ver­fol­gung der Sin­ti und Roma durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten, um sich in einem bio­gra­phi­schen Stadt­rund­gang auf die Spu­ren der Darm­städ­ter Bür­ge­rin Alwi­ne Keck zu bege­ben.
Ein­ge­la­den hat­ten der Ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma LV Hes­sen in Koope­ra­ti­on mit „Viel­falt bil­det“ der TU Darm­stadt sowie der VHS Darmstadt.

Mit viel Detail­wis­sen und unter Ein­be­zug der Teil­neh­men­den führ­te die wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin des hes­si­schen Lan­des­ver­bands, Leo­nie Zan­der, die Grup­pe am Don­ners­tag­nach­mit­tag an die ver­schie­de­nen Sta­tio­nen des Rund­gangs. Die bio­gra­phi­sche Füh­rung ori­en­tier­te sich an dem gleich­na­mi­gen Rund­gang zu Alwi­ne Keck, der in der neu ent­wi­ckel­ten SiRo-App des hes­si­schen Lan­des­ver­bands unter siro-hessen.app kos­ten­frei zugäng­lich ist.   Der Rund­gang dau­er­te 2,5 Stun­den und erstreck­te sich über knapp fünf Kilo­me­ter. Er führ­te die Teil­neh­men­den zu sechs Sta­tio­nen, die im Leben und der Ver­fol­gungs­ge­schich­te von Alwi­ne Keck in Darm­stadt rele­vant waren. Unter Ande­rem wur­den das ehe­ma­li­ge Poli­zei­prä­si­di­um, das ehe­ma­li­ge Arbeits­amt sowie der Darm­städ­ter Güter­bahn­hof besich­tigt, von dem aus Alwi­ne Keck, geb. Adam 1943 zusam­men mit ihrer Fami­lie nach Ausch­witz Bir­ken­au depor­tiert wur­de. Die Teil­neh­men­den, die aus Frank­furt, Gie­ßen und Darm­stadt zu dem Stadt­rund­gang gekom­men waren, zeig­ten sich sehr inter­es­siert. Vie­le Fra­gen konn­ten gemein­sam aber auch zwi­schen­durch von einer zur nächs­ten Sta­ti­on beant­wor­tet wer­den.

Der Lan­des­ver­band hat mit der SiRo App und den dazu­ge­hö­ri­gen geführ­ten Stadt­rund­gän­gen ein Bil­dungs­an­ge­bot geschaf­fen, wel­ches inter­ak­tiv ist und die Teil­neh­men­den direkt an die Orte des Gesche­hens führt. Wei­te­re geführ­te Stadt­rund­gän­ge für Grup­pen kön­nen bei Inter­es­se beim Lan­des­ver­band ange­fragt werden.

Vortrag „Sichtbarkeit und Emanzipation“ ermöglicht Auseinandersetzung mit blinden Flecken

In Koope­ra­ti­on mit “Viel­falt bil­det”, einem Pro­jekt der TU Darm­stadt und der VHS lud der Ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma Lan­des­ver­band Hes­sen am 08. Juni 2022 zu dem Vor­trag „Sicht­bar­keit und Eman­zi­pa­ti­on“ in den Räu­men der VHS Darm­stadt ein.

Rinal­do Strauß, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer des hes­si­schen Lan­des­ver­bands, the­ma­ti­sier­te zu Beginn den blin­den Fleck der Mehr­heits­ge­sell­schaft, wenn es um die Sicht­bar­keit von Sin­ti und Roma im öffent­li­chen Raum geht. Kul­tu­rel­le Bei­trä­ge von Min­der­heits­an­ge­hö­ri­gen wer­den oft­mals nicht als sol­che (an-)erkannt. Denn wer weiß bei­spiels­wei­se, dass Mär­chen der Gebrü­der Grimm maß­geb­lich auf Erzäh­lun­gen und Moti­ven von Sin­ti und Roma auf­bau­en?  Oder, dass Djan­go Rein­hardt mit dem Sin­ti Jazz ein eige­nes, die euro­päi­sche Musik­sze­ne prä­gen­des Gen­re erfun­den hat? Mit die­sen und wei­te­ren Refle­xi­ons­fra­gen gelang ein offe­ner Ein­stieg, wel­cher bei dem Wis­sen und den per­sön­li­chen Ver­knüp­fun­gen der Zuhö­ren­den ansetzte.

Sin­ti und Roma sind seit Jahr­hun­der­ten Teil der all­ge­mei­nen, deut­schen Gesell­schaft und damit auch seit Jahr­hun­der­ten Teil die­ser Geschich­te und Kul­tur. All­zu oft jedoch wer­den Sin­ti und Roma, Jüdin­nen und Juden sowie ande­re Min­der­hei­ten aus­schließ­lich im Kon­text der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung und Ermor­dung genannt. Dies redu­ziert die All­täg­lich­keit einer gemein­sa­men Geschich­te und macht sie damit unsicht­bar. Mit der Schwer­punkt­set­zung des Vor­trags, sowie der neu ent­wi­ckel­ten SiRo App (her­un­ter­zu­la­den unter siro-hessen.app), möch­te der hes­si­sche Lan­des­ver­band zur stär­ke­ren Sicht­bar­keit der Min­der­heit im öffent­li­chen Raum bei­tra­gen. Neben der Ver­fol­gungs­ge­schich­te sol­len Akte des Wider­stands und der Eman­zi­pa­ti­on stär­ker Beach­tung fin­den.
Die Zuhö­ren­den, die der Ein­la­dung des Lan­des­ver­bands gefolgt waren, zeig­ten sich inters­siert und hat­ten im Anschluss die Mög­lich­keit Rück­fra­gen zu stel­len und in den Aus­tausch zum The­ma zu treten.