Mobile Ausstellung “Der Weg der Sinti und Roma” an der VHS in Bad Homburg

Am 26. Feb­ru­ar 2024 um 19.00 Uhr eröffnet das WIR Vielfalt­szen­trum der Stadt Bad Hom­burg vor der Höhe und die VHS gemein­sam mit dem Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma die Ausstel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” in den Räu­men der VHS Bad Hom­burg. Besucher*innen sind um 19.00 Uhr zur Eröff­nung mit Filmvor­führung des Kurz­films “All­t­ags­diskri­m­inierung” ein­ge­laden und kön­nen sich im Anschluss ein­er Führung durch die Ausstel­lung anschließen.
Einen weit­eren Höhep­unkt stellt die gemein­same Eröff­nung der inter­na­tionalen Wochen gegen Ras­sis­mus dar, die am 11. März um 17.00 Uhr erfol­gt.

Ins­ge­samt wird die Ausstel­lung für vier Wochen vom 26. Feb­ru­ar bis zum 22. März in Bad Hom­burg zu sehen sein. Besuchende kön­nen Mon­tag bis Fre­itag zu den Öff­nungszeit­en der VHS in der Elis­a­bethen­straße 4–8 in Bad Hom­burg kosten­frei die Ausstel­lungs­flächen besuchen und vor Ort Audio­gu­ides auslei­hen. Weit­ere Führun­gen durch die Ausstel­lung (z.B. für Schulk­lassen) sind möglich: Bitte wen­den Sie sich bei Inter­esse per Mail an: WIR-Vielfaltszentrum@Bad-Homburg.de .

Ausstel­lungseröff­nung: 26. Feb­ru­ar 2024, 19.00 Uhr
Eröff­nung der intern. Wochen gegen Ras­sis­mus: 11. März 2024, 17.00 Uhr


Ort: Volk­shochschule (VHS) Bad Hom­burg
Elis­a­bethen­straße 4–8
61348 Bad Hom­burg v.d.H.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en Sie auf der Seite der VHS Bad Hom­burg.

Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau am 19. Februar vor vier Jahren

Am heuti­gen vierten Jahrestag des ras­sis­tis­chen Ter­ro­ran­schlags in Hanau war der Hes­sis­che Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma bei der zen­tralen Gedenkver­anstal­tung auf dem Hanauer Haupt­fried­hof. Wir trauern mit den Ange­höri­gen, gedenken der Opfer und sprechen unsere Sol­i­dar­ität aus im gemein­samen Kampf gegen Ras­sis­mus, Antizigan­is­mus, Anti­semitismus und jede Form men­schen­ver­ach­t­en­der Ein­stel­lun­gen.

Pressemitteilung des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma zum Anschlag vom 19. Februar in Hanau

Fer­hat Unvar, Hamza Kur­tović, Said Nesar Hashe­mi, Vili Viorel Păun, Mer­cedes Kier­pacz, Kaloy­an Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gür­büz und Gökhan Gül­tekin wur­den am 19. Feb­ru­ar 2020 in Hanau von einem Recht­sex­trem­is­ten ermordet.

Unter den Ermorde­ten waren drei Ange­hörige der Min­der­heit der Roma. Vili Viorel Păun ist ein­er von ihnen. Er wurde 22 Jahre alt. Am 19. Feb­ru­ar 2020 war Vili Viorel Păun auf dem Weg nach Hause von der Arbeit. Dabei wurde er Zeuge des Anschlags am Heumarkt in der Hanauer Innen­stadt. Hier ermordete Tobias R. Kaloy­an Velkov, Fatih Saraçoğlu und Sedat Gür­büz. Von dort ver­fol­gte Vili Viorel Păun den Täter zum zweit­en Tatort am Kurt-Schuh­mach­er-Platz und ver­suchte ihn aufzuhal­ten. Dabei set­zte er vier Polizei-Notrufe ab — vergebens. Auf dem Park­platz vor der Are­na Bar in Hanau-Kessel­stadt erschießt der Täter schließlich Vili Viorel Păun in seinem Auto, bevor er weit­ere fünf Men­schen tötet. 16 Monate nach den ras­sis­tis­chen Mor­den in Hanau wird Vili Viorel Păun posthum mit der Hes­sis­chen Medaille für Zivil­cor­age geehrt. Sein Vater Nicule­su Păun nimmt diese ent­ge­gen.

Das gesellschaftliche Kli­ma von Hass und Gewalt gegen alle, die als „nicht zuge­hörig“ markiert wer­den, ermöglicht ras­sis­tis­chen Ter­ror, wie den in Hanau, Halle und München. Beson­ders Min­der­heit­en sind von diesem zer­störerischen Kli­ma bedro­ht. Recht­es Gedankengut ist nicht nur am soge­nan­nten recht­en Rand der Gesellschaft zu find­en. Has­sti­raden und Aufrufe zu Gewalt sind längst All­t­ag im poli­tis­chen Diskurs und auch Kräfte der soge­nan­nten bürg­er­lichen Mitte bedi­enen sich der Logik der Aus- und Abgren­zung. Sie gle­ichen sich in ihrer poli­tis­chen Pro­gram­matik seit vie­len Jahren zunehmend an die Rhetorik der Recht­en an. Verbindun­gen zu reak­tionären, neon­azis­tis­chen Kreisen sind dabei nicht erst seit der Pots­damer Kon­ferenz bekan­nt.

Als Hes­sis­ch­er Lan­de­ver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma fordern wir den Schutz von Min­der­heit­en, von Sin­ti und Roma und selb­stver­ständlich aller mar­gin­al­isierten Grup­pen. Adam Strauß, Vor­sitzen­der des Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma mah­nt: “Der Anschlag von Hanau zeigt uns auf schreck­lich schmer­zliche Weise, dass eine Gesellschaft, in der wir ohne Angst ver­schieden sein kön­nen, stark bedro­ht ist. Wenn Täter ohne Angst vor Kon­se­quen­zen ihren Hass und Gewalt ver­bre­it­en kön­nen und Grup­pen mit Kon­tak­ten in den Bun­destag die Depor­ta­tion von deutschen Bürger*innen im großen Stil pla­nen, zeigt sich, dass der Staat aus dem Anschlag von Hanau nicht die Schlüsse gezo­gen hat, die notwendig sind, um uns zu schützen.”

Es bleibt nicht ohne Fol­gen, wenn Min­der­heit­en, ins­beson­dere Roma und Sin­ti, Geflüchtete und Migrant*innen bedro­ht und diskri­m­iniert wer­den, ohne dass dies nen­nenswerte Kon­se­quen­zen für die gut organ­isierten Täter*innen nach sich zieht.

Online Lehrkräftefortbildung in Kooperation mit der Hessischen Lehrkräfteakademie

Das The­ma Geschichte der Sin­ti und Roma und der nation­al­sozial­is­tis­che Völk­er­mord soll ver­stärkt in die Kern­cur­ric­u­la hes­sis­ch­er Schulen ein­fließen. Doch oft­mals fehlt es an Weit­er­bil­dungsmöglichkeit­en für Lehrkräfte sowie geeigneten Mate­ri­alien zum The­menkom­plex.

Die Hes­sis­che Lehrkräfteakademie bietet eine online Qual­i­fizierung in Koop­er­a­tion mit dem Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma an, um Lehrkräften einen Ein­stieg in die The­matik zu ermöglichen und prak­tis­che Meth­o­d­en für den eige­nen Unter­richt zu erproben.

ANMELDUNG BIS 20. FEBRUAR UNTER:

https://akkreditierung.hessen.de/web/guest/catalog/detail?tspi=232051_

Mail: Fortbildung.la@kultus.hessen.de

Tel.: 06471 328116 oder 06471 328118

27. Januar Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des NS

Am 27. Jan­u­ar 2024 jährte sich die Befreiung von Auschwitz zum 79. Mal. Der 27. Jan­u­ar ist aus diesem Grund der inter­na­tionale Gedenk­tag an die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus. Dieser Tag der Befreiung gilt als Sym­bol des Endes des sys­tem­a­tis­chen Massen­mordes an mehrerer Mil­lio­nen Men­schen unter ihnen auch Sin­ti, Roma, Jüdin­nen und Juden. Für viele Sin­ti und Roma kam dieser Tag jedoch zu spät. Ca. 20.000 Ange­hörige der Min­der­heit waren alleine in Auschwitz ermordet wor­den.

Den­noch ist der 27. Jan­u­ar auch ein Tag der Zusam­menkun­ft, des Gedenkens und somit auch der Hoff­nung. So haben ver­schiedene Per­so­n­en des Hes­sis­chen Lan­desver­band den 27. Jan­u­ar 2024 genutzt um mit ver­schiede­nen Men­schen an ver­schiede­nen Orten der Opfer gedenken.

Bere­its am 16. Jan­u­ar lud die Gesamtschule Ebs­dor­fer­grund den Hes­sis­chen Lan­desver­band ein, um der Opfer des Nation­al­sozial­is­mus zu gedenken. Neben 70 Schüler*innen waren der Bürg­er­meis­ter Han­no Kern, Herr Bilal Elza­y­at vom Islamis­chen Vere­in aus Mar­burg und Lehrer*innen des Kol­legiums der Gesamtschule anwe­send. Die Schüler*innen organ­isierten eine szenis­che Lesung aus dem Tage­buch der Anne Frank. Anschließend wur­den die Namen der 18 Sin­ti, die am 23.03.1943 aus Drei­hausen deportiert wur­den ver­lesen und Kerzen angezün­det.

Am offiziellen Gedenken im Hes­sis­chen Land­tag nahm der Vor­sitzende des Hes­sis­chen Lan­desver­band Adam Strauß teil, während das Vor­standsmit­glied Romano Strauß am 27. Jan­u­ar gemein­sam mit dem stel­lvertre­tenden Geschäfts­führer des Hes­sis­chen Lan­desver­ban­des am Gedenken der Stadt Darm­stadt in der Cen­tral­sta­tion teil­nah­men.

Workshops an Schulen in Frankfurt und Kassel

Das neue Jahr startete bere­its mit drei Worskshops an hes­sis­chen Schulen. Am 15. Jan­u­ar war der Hes­sis­che Lan­desver­band an der Hostatoschule und am 05. Feb­ru­ar an der Lud­wig-Erhard Schule in Frank­furt mit dem Work­shop “All­t­ags­diskri­m­inierung” vertreten. Wis­sensver­mit­tlung, Anwen­dung und Hal­tung zeigen, standen in den inter­ak­tiv­en Mit­mach-Work­shops auf dem Plan. Beson­ders waren diese ersten Work­shops des Jahres auch deshalb, weil unsere frisch aus­ge­bilde­ten Botschafter*innen gegen Antizigan­imus ihre ersten Ein­sätze als Teamer*innen hat­ten.

Am 30. Jan­u­ar dage­gen hat­ten die Lehrkräfte der Offe­nen Schule Wal­dau in Kas­sel die Gele­gen­heit in der inter­nen Lehrkräfte­fort­bil­dung mit den Bil­dungs­botschaf­terin­nen des Lan­desver­ban­des über Antizigan­is­mus ins Gespräch zu kom­men. So kon­nten viele Stereo­type aufge­brochen und Unsicher­heit­en abge­baut wer­den.

Wir bedanken uns für die Einal­dun­gen und freuen uns auf weit­ere Zusam­me­nar­beit.

Arbeitsblätter zur Verfolgungsgeschichte von Sinti und Roma

Zum selbstständigen Gebrauch für Lehrkräfte im Schulunterricht



2023 hat der Lan­desver­band zu seinen Zeitzeu­gen­fil­men “Gegen­bilder” Arbeits­blät­ter für den Schu­lun­ter­richt erstellt. Die Gegen­bilder sind Auss­chnitte aus Zeitzeu­gen­bericht­en von Sin­ti die den Nation­al­sozial­is­mus über­lebt haben. Sie sind the­ma­tisch sortiert.

Bish­er wur­den Arbeits­blät­ter zu den bei­den häu­fig gestell­ten Fra­gen “Sind Sin­ti und Roma faul?” und “Gehören Sin­ti und Roma zu Deutsch­land?” erstellt. Die Arbeits­blät­ter geben einige Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und bein­hal­ten Fra­gen zur eigen­ständi­gen Bear­beitung durch Schüler*innen. Der Arbeit­sum­fang beträgt cir­ca 2 Schul­stun­den. In ein­er umfan­gre­ichen ergänzen­den Han­dre­ichung für Lehrkräfte wer­den weit­ere Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu der Benutzung der Arbeits­blät­ter, dem The­ma Antizigan­is­mus und Ideen zur weit­eren Ver­tief­tung an die Hand gegeben.

Die PDF’s enthal­ten darüber hin­aus Ver­linkun­gen zu einem Glos­sar, welch­es wichtige Begriffe des The­mas niedrigschwellig erk­lärt.

Arbeitsblatt 1: Gehören Sinti und Roma zu Deutschland?

Video der Gegen­bilder

Arbeitsblatt 2: Sind Sinti und Roma faul?

Video der Gegen­bilder

Hinweise für Lehrkräfte und Multiplikator*innen

FAQ

(mehr …)

Nachrichten auf Romanes 2023

Zum Jahre­sende berichtet der Hes­sis­che Lan­desver­band, wie gewohnt, mit ein­er neuen Nachricht­ensendung auf Romanes über die Arbeit im Ver­band im Jahr 2023.

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Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) in Hessen eröffnet

Seit Juli 2023 hat die Melde- und Infor­ma­tion­sstelle Antizigan­is­mus Hes­sen in der Träger­schaft des Hes­sis­chen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma in Koop­er­a­tion mit dem Fördervere­in Roma ihre Arbeit aufgenom­men. MIA ist 2022 ent­standen und beste­ht aus ein­er Bun­des­geschäftsstelle in Berlin sowie bish­er fünf regionalen Meldestellen in Berlin, Sach­sen, Rhein­land-Palz, Bay­ern und nun auch Hes­sen. Gefördert wird MIA von Bun­desmin­is­teri­um für Fam­i­lie, Senioren, Frauen und Jugend.

MIA will mit ihrer Arbeit das Bewusst­sein für Antizigan­is­mus schär­fen und die Unter­stützung von Betrof­fe­nen verbessern. Die Meldestelle soll die Aus­prä­gun­gen antizigan­is­tis­ch­er Vor­fälle ein­heitlich und sys­tem­a­tisch doku­men­tieren, auswerten und die Bedarfe von Betrof­fe­nen klären.

Dadurch soll auf beste­hende Defizite im Regel­sys­tem aufmerk­sam gemacht und das Dunkelfeld antizigan­is­tis­ch­er Vor­fälle in Deutsch­land erhellt wer­den.
Antizigan­is­tis­che Vor­fälle reichen von Belei­di­gun­gen und Schmier­ereien über antizigan­is­tis­che Inhal­ten und Kom­mentare im Netz bis hin zu Diskri­m­inierung bei Behör­denbe­suchen, Sachbeschädi­gung, Bedro­hung und extremer Gewalt.

Egal ob Sie selb­st betrof­fen sind oder einen antizigan­is­tis­chen Vor­fall beobacht­en, auf unser­er Web­seite kön­nen antizigan­is­tis­che Vor­fälle sich­er und ver­traulich über eine Melde­maske gemeldet wer­den.

Als Teil ein­er bun­desweit­en Arbeits­ge­mein­schaft doku­men­tieren wir antizigan­is­tis­che Fälle in Deutsch­land, bieten Betrof­fe­nen Ver­weis­ber­atung an und informieren die Öffentlichkeit. Damit schaf­fen wir die Grund­la­gen für die Bekämp­fung von Antizigan­is­mus und bieten Behör­den und Zivilge­sellschaft Ansatzpunk­te zur Präven­tion. Als MIA Hes­sen erfassen, doku­men­tieren und werten wir antizigan­is­tis­che Vor­fälle aus, um Diskri­m­inierung in Hes­sen sicht­bar­er zu machen und sie wirk­sam zu bekämpfen. Hier geht es zur Web­seite von MIA Hes­sen: http://www.hessen.antiziganismus-melden.de


Ausschreibung: Lehrkraft als Pädagogische/r Mitarbeiter/in an der TU Darmstadt

An der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Darm­stadt wird zum 1. Feb­ru­ar 2024 eine 50% Stelle zur Durch­führung von Lehrver­anstal­tun­gen im The­men­bere­ich Antizigan­is­mus und Geschichte der Sin­ti und Roma beset­zt. Eine solche Stelle wird bere­its län­gere Zeit vom Hes­sichen Lan­desver­band Deutsch­er Sin­ti und Roma gefordert und wird als Koop­er­a­tionspart­ner für die/den neuen Mitarbeiter*in sein.
Es han­delt sich um eine Stelle mit befris­teter Abor­d­nung aus dem Schul­dienst des Lan­des Hes­sen auf Grund­lage des Erlass­es des Hes­sis­chen Kul­tus­mini­teri­ums. Die Auss­chrei­bung wurde im Amts­blatt von Novem­ber veröf­fentlicht und die Bewer­bungs­frist ist der 15. Dezem­ber 2023.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen ent­nehmen Sie der Auss­chrei­bung weit­er unten. Bei Inter­esse freuen wir uns über eine Kon­tak­tauf­nahme über verband@sinti-roma-hessen.de und ste­hen für Fra­gen gerne zur Ver­fü­gung.