Neues Hörspiel jetzt online

Hör­spiel: Anna – ein Men­schen­leben, 2021

Das vom Lan­desver­band in Auf­trag gegebene Hör­spiel “Anna — ein Men­schen­leben. Die Geschichte der Sin­ti und Roma am Beispiel von Anna Met­tbachs Leben” ist jet­zt erschienen. In diesem Hör­spiel unter­hält sich ein Vater (Jour­nal­ist und His­torik­er) mit sein­er Tochter und es entwick­elt sich ein Gespräch über das Leben von Anna Met­tbach, ein­er Sin­tez­za, die Auss­chwitz über­lebte.

Die bei­den unter­hal­ten sich über Anna Met­tbachs Kind­heit, ihre Zeit im KZ, ihr Leben „danach“. In ihrem Dia­log gehen sie über die reine Lebens­geschichte Annas hin­aus, sprechen über die His­to­rie der Sin­ti und Roma vom Mit­te­lal­ter bis zur Nachkriegssi­t­u­a­tion und den Kämpfen um Entschädi­gung. Gle­ichzeit­ig wer­den aber auch die philosophis­chen Fra­gen, die Anna Met­tbach in ihren zahlre­ichen Zeitzeu­gen­bericht­en und Inter­views immer wieder aufge­wor­fen hat, aufge­grif­f­en.  Es ist ein lebendi­ger Dia­log, der mit Orig­i­nal-Audioauf­nah­men von Anna Met­tbach authen­tisch, berührend, manch­mal auch schock­ierend und span­nend die Geschichte der Sin­ti und Roma in Deutsch­land beleuchtet.

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Filmvorführung mit anschließender Diskussion im Rahmen der Aktionswochen Vielfalt Bildet!

Der Hes­sis­che Lan­desver­band beteiligte sich an den Aktionswochen Vielfalt bildet! des Koop­er­a­tionspart­ners ViBi der TU Darm­stadt mit ein­er eige­nen Filmvor­führung und anschließen­der Diskus­sion. Hier­bei wurde der selb­st pro­duzierte Film All­t­ags­diskri­m­inierung gezeigt, in welchem ver­schiedene betrof­fene Sin­ti von Diskri­m­inierung bericht­en. Im Anschluss fand eine Diskus­sion mit Rinal­do Strauß, Pro­jek­tleit­er des Filmes und stv. Geschäfts­führer des Lan­desver­ban­des und Fati­ma Stieb, Pro­tag­o­nistin des Filmes statt.

Wie (un)demokratisch ist die Polizei?

Chat­grup­pen mit ras­sis­tis­chen und recht­sex­tremen Inhal­ten, der Abruf per­sön­lich­er Dat­en von Polize­icom­put­ern im Zusam­men­hang mit den Dro­hun­gen des NSU 2.0 und der Abschluss­bericht der von der hes­sis­chen Lan­desregierung einge­set­zten Polizei-Kom­mis­sion haben eine Debat­te angestoßen, die an diesem Abend fort­ge­führt wurde.

Die Ver­anstal­tung wurde von einem bre­it­en zivilge­sellschaftlichen Bünd­nis organ­isiert, das im Herb­st 2020 bere­its ein Forderungspa­pi­er an die hes­sis­che Lan­desregierung mit dem Titel „Demokratie stärken, Ras­sis­mus und Recht­sex­trem­is­mus bekämpfen“ veröf­fentlicht hat. Auf die Forderung ein­er unab­hängi­gen Beschw­erdestelle wurde auch im Rah­men der Ver­anstal­tung nochmal hingewiesen.

v.l.n.r.: Alexan­der Bauer (innen­poli­tis­ch­er Sprech­er der CDU-Land­tags­frak­tion), Felix Paschek (Leit­er Stab­sstelle Fehler- und Führungskul­tur im hes­sis­chen Innen­min­is­teri­um), Dr. Rain­er Beck­er (Leit­er des Demokratiezen­trums Hes­sen), Seda Başay-Yıldız (Recht­san­wältin) und Mod­er­a­torin: Dr. Car­men Col­i­nas

Herr Prof. Dr. Sin­gelnstein kon­nte an der Ver­anstal­tung krankheits­be­d­ingt lei­der nicht teil­nehmen. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass Dr. Rain­er Beck­er vom Hes­sis­chen Demokratiezen­trum in Mar­burg spon­tan ein­sprin­gen kon­nte. Frau Dr. Car­men Col­i­nas mod­erierte eine span­nende Diskus­sion, welche Sie auch hier nochmal nach­schauen kön­nen:

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Bestattungskultur von Sinti und Roma: Vortrag am Friedhof in Hanau

Am 16.10. hielt Fati­ma Stieb als Vertreterin des Lan­desver­ban­des beim Fried­hof in Hanau einen Vor­trag zum The­ma “Die Bestat­tungskul­tur der Sin­ti und Roma”. Sie machte hier­bei auf die Unter­schiede, aber auch die Gemein­samkeit­en in den Bestat­tungskul­turen der Sin­ti und Roma aufmerk­sam.

Sie machte hier­bei deut­lich, dass die Gemein­samkeit­en ins­beson­dere aus der gemein­samen Aus­gren­zungs- und Diskri­m­inierungser­fahrung erk­lär­bar sind. Hier­bei zeigt sich, dass Gemein­schaft im Abschied oder auch in ein­er gemein­samen Gruft für viele eine zen­trale Rolle spie­len.

Beson­ders rel­e­vant für viele Sin­ti und Roma ist auch die soge­nan­nte “ewige Ruhe”, welche die Grab­stät­ten von Über­leben­den des Nation­al­sozial­is­mus unter beson­deren dauer­haften Schutz stellt. Viele Über­leben­den kon­nten sich von ihren im Nation­al­sozial­is­mus ermorde­ten Ver­wandten nicht ver­ab­schieden. Dadurch erhiel­ten die Gräber der Über­leben­den für die Min­der­heit eine beson­dere Rolle des Gedenkens an alle ver­fol­gten Sin­ti und Roma. Eine erste Regelung für Hes­sen wurde 2016 einge­führt. Im Dezem­ber 2018 fol­gte schließlich die bun­desweite “Bund-Län­der-Verord­nung”.

3. Eberstädter Schulprojekttage erfolgreich beendet

Auch in diesem Jahr ver­anstal­tete das Eber­städter Bünd­nis gegen Antizigan­is­mus das dritte Mal in Folge die Eber­städter Schul­pro­jek­t­tage gegen Antizigan­is­mus in Darm­stadt Eber­stadt.

Vom 27.–29. Sep­tem­ber war die Ausstel­lung im Ernst-Lud­wig-Saal zu sehen und wurde mit einem vielfälti­gen Pro­gramm begleit­et. In dieser Zeit war die Ausstel­lung für Schulk­lassen und Inter­essierte Eberstädter*innen geöffnet.

Eine Beson­der­heit der Ausstel­lung war es, dass hier­bei erst­mals die neuen Audio­gu­ides des Lan­desver­ban­des präsen­tiert wer­den kon­nten. Diese ermöglicht­en es mit Abstand und Kon­tak­tbeschränkun­gen indi­vidu­elle Führun­gen durch die Ausstel­lung zu erhal­ten.

Zusät­zlich zur Ausstel­lung wurde noch eine Fort­bil­dung für Lehrkräfte und eine Buchvorstel­lung des Buch­es “Kampf um Anerken­nung” von Malte Clausen und Rinal­do Strauß organ­isiert. Hier­bei ent­standen span­nende Diskus­sio­nen und wichtige Aus­tauschmöglichkeit­en zum The­ma Antizigan­is­mus.

Die Fort­bil­dung gestal­tete sich in zwei Bere­iche. Ein­er­seits wurde die Bil­dungssi­t­u­a­tion der Min­der­heit und die Erleb­nisse von Sin­ti in Schulen besprochen und ander­er­seits aber auch Möglichkeit­en der Ein­bindung des The­mas in den Unter­richt vorgestellt. Hier­bei präsen­tierte die Geschichtswerk­statt der Berthold-Brecht-Schule den aktuellen Stand ihres Forschung­spro­jek­tes zu den Biogra­phien von Darm­städter Sin­ti im Nation­al­sozial­is­mus.

“Wie Z̶i̶g̶e̶u̶n̶e̶r̶bilder einen Völkermord möglich machen” — Vortrag von Rinaldo Strauß in Breuberg i.Odw.

Im Rah­men der Interkul­turellen Wochen des Oden­wald­kreis­es war Rinal­do Strauß, stv. Geschäfts­führer des Hes­sis­chen Lan­desver­ban­des Deutsch­er Sin­ti und Roma am 28.09. an der Georg Ack­er­mann Schule in Breu­berg im Oden­wald zu einem dig­i­tal­en Vor­trag als Vernissage der Ausstel­lung “Der Weg der Sin­ti und Roma” ein­ge­laden.

»Der Weg der Sin­ti und Roma« zeigt die Geschichte der Min­der­heit seit ihrer Ankun­ft im deutschsprachi­gen Raum vor über 600 Jahren. Sie the­ma­tisiert die Wirkung von Bildern und Zuschrei­bun­gen gegen Sin­ti und Roma vom 15. bis zum 20. Jahrhun­dert, die Ver­fol­gun­gen und Diskri­m­inierun­gen bis zum Völk­er­mord während des Nation­al­sozial­is­mus,
die Kon­ti­nu­itäten der Bilder in der Nachkriegszeit und nicht zulet­zt den Kampf gegen den Antizigan­is­mus durch die Selb­stor­gan­i­sa­tio­nen der deutschen Sin­ti und Roma seit 1980. Dabei wer­den die Erfolge der Bürg­er­recht­sar­beit eben­so dargestellt wie die mas­sive Ablehnung durch einen großen Teil der bun­desre­pub­likanis­chen Bevölkerung.

Die Ausstel­lung war vom 27.09 bis zum 04.10.2021 in der Aula der Georg Ack­er­mann Schule im Breu­berg i.Odw. zu sehen. In dieser Zeit wur­den auch mehrere Führun­gen mit Schulk­lassen durch die Ausstel­lung durchge­führt.

Gedenken an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus Darmstadt

Am 26. Sep­tem­ber nah­men Romano und Maria Strauß als Vertreter und Vertreterin­nen des Hes­sis­chen Lan­desver­ban­des an der gemein­samen Gedenkstunde zum Jahrestag der Depor­ta­tion der Darm­städter Jüdin­nen und Juden am Güter­bahn­hof teil.

Der Ober­bürg­er­meis­ter Jochen Partsch eröffnete die Ver­anstal­tung. Als Vertreter der jüdis­chen Gemeinde sprach Daniel Neu­mann, Vor­sitzen­der der jüdis­chen Gemeinde Darm­stadt.

Darüber hin­aus boten Teilnehmer*innen des Archiv-Pro­jek­tes der Berthold-Brecht-Schule zu Biogra­phien von Darm­städter Sin­ti im Nation­al­sozial­is­mus einen Ein­blick in Ihre Recherchen.

Maria Strauß, Nichte der im März 1943 aus Darm­stadt deportierten und über­leben­den Alwine Keck, geb. Adam, hielt für den Lan­desver­band ein Gruß­wort. Dieses kön­nen Sie auch nochmal nach­hören:

Vortrag bei Wirtschaftsjunioren Offenbach

Der Hes­sis­che Lan­desver­band war am 21.09. bei den Wirtschaft­sju­nioren Offen­bach zu einem dig­i­tal­en Vor­trag unter dem Titel: “Let’s talk about: Antizigan­is­mus” ein­ge­laden. Rinal­do Strauß gab einen Ein­blick in die Geschichte des Antizigan­is­mus und wie er sich auch heute noch in der Arbeitswelt für Sin­ti und Roma auswirkt.

Denn auch heute noch bekom­men Sin­ti und Roma schwieriger einen Arbeit­splatz oder ste­hen in Gefahr ihren Arbi­et­splatz zu ver­lieren, falls ihre Zuge­hörigkeit zur Min­der­heit bekan­nt wird. Aus diesem Grund entschei­den sich viele für die Anonymität.

Zeitzeugen im Gespräch VIII: Anna Böhmer

Anna Böh­mer, geboren 1926 in Als­feld, lebte in Darm­stadt und Frank­furt. 1940 wurde sie mit ihrer Fam­i­lie in das Frank­furter Internierungslager “Krup­p­straße” gebracht. Sie berichtet über die Bedin­gun­gen dort und die Zwangsar­beit in ein­er Frank­furter Wein­hand­lung.
Im März 1943 deportierten die Nazis sie und ihre Fam­i­lie nach Auschwitz. Ihre Eltern, Geschwis­ter und Großel­tern wur­den ermordet und auch ihre vie­len Onkel und Tan­ten. Sie über­lebte als einzige. Von Auschwitz wurde sie kurz vor Kriegsende noch nach Ravens­brück und Wit­ten­berg an der Elbe gebracht, wo sie bis zur Befreiung Zwangsar­beit in ein­er Muni­tions­fab­rik ver­richt­en musste.

Das Video gibt Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu den Frank­furter Internierungslagern und den Schwierigkeit­en des Kampfes um Entschädi­gung. Anna Böh­mers Antrag auf Entschädi­gung an Schaden an Gesund­heit wurde zunächst — wie in vie­len anderen Fällen — abgelehnt. Erst 1989 kon­nte durch einen Über­prü­fungsantrag des Zen­tral­rates Deutsch­er Sin­ti und Roma ein Ver­gle­ich erkämpft wer­den.

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