Interview zum Auschwitz-Gedenktag

Interview_SchülerInnen_OberramstadtMit­te Janu­ar haben Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus dem Poli­tik und Wirt­schafts-Leis­tungs­kurs des 12. Jahr­gangs der Georg-Chris­toph-Lich­ten­berg­schu­le in Ober-Ramstadt ein Inter­view mit Rinal­do Strauß vom Lan­des­ver­band in unse­rer Darm­städ­ter Geschäfts­stel­le geführt. Das Inter­view ist Grund­la­ge für einen Film, den die Schü­ler­in­nern und Schü­ler anläss­lich des Tags des Geden­kens an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus am 27. Janu­ar erstellt haben.

8. Dezember: Tagung zu Zigeunerbildern

Nach­trag vom 29. Janu­ar 2016: Nach dem Darm­städ­ter Echo hat auch Rena­te Heß für Radio Darm­stadt einen Bericht über die Tagung veröffentlicht.

Am Di. 8. Dezem­ber 2015 fand die drit­te Darm­städ­ter Tagung gegen Anti­zi­ga­nis­mus statt. Die Tagung im Jus­tus-Lie­big-Haus wur­de von Rinal­do Strauß vom Lan­des­ver­band und von Darm­stadts Ober­bür­ger­meis­ter Jochen Partsch eröffnet.

Auf der Tagung stell­te zunächst der Autor Dr. Udo Eng­bring-Romang die neue mobi­le Aus­stel­lung des Ver­bands “Der Weg der Sin­ti und Roma” vor, die hier auch erst­mals der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert wur­de. Die Aus­stel­lung rich­tet sich neben einer all­ge­mei­nen Öffent­lich­keit beson­ders an Bildungsinstitutionen.

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Am Nach­mit­tag stell­ten Wis­sen­schaft­le­rIn­nen ihre For­schun­gen zu “Zigeu­ner­bil­dern” und zur Bür­ger­rechts­ar­beit der deut­schen Sin­ti und Roma in Work­shops zur Dis­kus­si­on. Auf dem Abschluss­po­di­um debat­tier­ten dann Lan­des­po­li­ti­ker und Bür­ger­recht­ler über die Ergeb­nis­se des Tages und die Fra­ge, wel­che poli­ti­schen Maß­nah­men zur Bekämp­fung des Anti­zi­ga­nis­mus ergrif­fen wer­den kön­nen und sollen.

Auch das Darm­städ­ter Echo berich­te­te über die Tagung

Pro­gramm der Tagung 

10 Uhr Eröff­nung und Grußworte

10:30 Uhr Vor­stel­lung des Pro­gramms und Ein­zel­vor­stel­lung der Workshops

11 Uhr Ein­füh­rungs­re­fe­rat und kur­ze Füh­rung durch die neue Aus­stel­lung (Dr. Udo Engbring-Romang)

12 Uhr Mittagspause

13 Uhr Workshopphase

Work­shop 1: Dis­kri­mi­nie­rungs­ge­schich­te: Foto­gra­fi­sche Kon­struk­ti­on des „Zigeu­ners“ (Dr. Frank Reuter)

Work­shop 2: Aktua­li­tät der Dis­kri­mi­nie­rung: Zigeu­ner­bil­der in den Medi­en (Mar­kus End)

Work­shop 3: Die Bür­ger­rechts­be­we­gung der deut­schen Sin­ti und Roma (Danie­la Gress)

Work­shop 4: Min­der­hei­ten­po­li­tik und der Blick der Mehr­heits­ge­sell­schaft auf Sin­ti und Roma nach 1945 (Ire­ne Wachtel)

15 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr Gemein­sa­mes Ple­num mit Kurz­vor­stel­lung der Work­shop-Dis­kus­sio­nen und Ergebnisse

16:30 Uhr Abschluss­po­di­um mit:

Wil­li van Ooy­en (Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der LINKEN im Landtag)
Cor­ra­do Di Bene­det­to (Inte­gra­ti­ons­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD im Landtag)
Dr. Ralf-Nor­bert Bar­telt (Sozi­al­po­li­ti­scher. Spre­cher der CDU im Landtag)
Romeo Franz (Geschäfts­füh­rer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung)
Rinal­do Strauß (Hes­si­scher Landesverband)
Mode­ra­ti­on: Tina Dürr (bera­tungs­Netz­werk gegen Rechts Hessen)

17:30 Uhr  Ende der Veranstaltung

Fortbildung gegen Antiziganismus

Der Lan­des­ver­band hat am 4. und 5. Dezem­ber in Koope­ra­ti­on mit dem AStA der Hoch­schu­le Darm­stadt einen zwei­tä­gi­gen Work­shop an der Hoch­schu­le Darm­stadt zum The­ma Päd­ago­gi­sche Metho­den gegen Anti­zi­ga­nis­mus mit Eli­sa Schmidt und Mar­kus End veranstaltet.

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An der Fort­bil­dung haben unter ande­rem Men­schen aus Ful­da, Mainz und Han­no­ver teil­ge­nom­men. Eli­sa Schmidt und Mar­kus End haben päd­ago­gi­sche Metho­den aus einem von ihnen mit­ver­fass­ten Hand­buch vor­ge­stellt, die für Anti­zi­ga­nis­mus sen­si­bi­li­sie­ren, Vor­ur­tei­le in Fra­ge stel­len und tra­dier­te Denk­mus­ter auf­bre­chen sol­len. Mit die­sem Rüst­zeug wur­den die Teil­neh­men­den in die Lage ver­setzt, zukünf­tig selbst Übun­gen durch­füh­ren zu kön­nen, um anti­zi­ga­nis­ti­sche Denk­mus­ter zu reflek­tie­ren und zu überwinden.

Die Fort­bil­dung wur­de geför­dert von der Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­ant­wor­tung und Zukunft“ (EVZ).

 

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Im Gedenken an Anna Mettbach

Nach­ruf

Darm­stadt, den 24.11.2015

Wir trau­ern um Anna Mett­bach, die am ver­gan­ge­nen Mon­tag im Alter von 89 Jah­ren von uns gegan­gen ist. 

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Anna Mett­bach mit Hes­sens Minis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier und dem Vor­sit­zen­den des Lan­des­ver­ban­des Adam Strauß bei der Ver­lei­hung des Bun­des­ver­dienst­kreu­zes 2012

Anna Mett­bach wur­de 1926 in Ulfa (Wet­terau) gebo­ren und 1942 als Sech­zehn­jäh­ri­ge von Schwein­furt aus nach Ausch­witz ver­schleppt. 1944 wur­de sie in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück ver­bracht und muss­te bei Sie­mens in Wol­ken­burg (Sach­sen) Zwangs­ar­beit leis­ten. Kurz vor Kriegs­en­de wur­de sie auf einen Todes­marsch in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dach­au geschickt. 

Zu den unmensch­li­chen Grau­sam­kei­ten, die ihr und ihrer Fami­lie ange­tan wur­den, schwieg sie lan­ge Zeit. Der Völ­ker­mord an den Sin­ti und Roma wur­de in der Nach­kriegs­zeit ver­leug­net, ver­tuscht und gerecht­fer­tigt. So lehn­te etwa Anna Mett­bachs Kran­ken­kas­se die von ihr bean­trag­te Kos­ten­über­nah­me für die Ent­fer­nung der in Ausch­witz ein­tä­to­wier­ten Häft­lings­num­mer mit der Begrün­dung ab, es wür­de sich um eine Schön­heits­ope­ra­ti­on handeln. 

Als sich Anfang der Neun­zi­ger Jah­re aus­län­der­feind­li­che Stim­mung breit­mach­te und Asyl­be­wer­ber ermor­det wur­den, sah es Anna Mett­bach als ihre Pflicht an, vor jun­gen Men­schen über ihre Erleb­nis­se zu spre­chen, um dem erneu­ten Auf­kom­men eines Faschis­mus entgegenzuwirken.

Über vie­le Jah­re hat unser Ver­band mit Anna Mett­bach in viel­fa­cher Hin­sicht zusam­men­ge­ar­bei­tet, bei der Auf­klä­rungs­ar­beit in Schu­len und auch auf Gedenk­ver­an­stal­tun­gen. Die Zeit­zeu­gen­fil­me, die der Ver­band mit ihr erstellt hat, wur­den an alle Schu­len in Süd­hes­sen ver­schickt. Als eine der weni­gen Über­le­ben­den hat sie ihre Lebens- und Lei­dens­ge­schich­te in Zusam­men­ar­beit mit dem Mit­ar­bei­ter des Lan­des­ver­bands Josef Beh­rin­ger in einem Buch veröffentlicht.

Für ihre Bür­ger­rechts­ar­beit ist Anna Mett­bach mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz und 2012 auch mit der Hed­wig-Burk­heim-Medail­le der Uni­ver­si­täts­stadt Gie­ßen aus­ge­zeich­net wor­den. Anläss­lich der Ver­lei­hung sag­te sie: „So lan­ge ich Atem habe, wer­de ich mei­ne Stim­me erhe­ben für die, die kei­ne Stim­me mehr haben, die man im Gas erstickt hat, dar­un­ter auch mei­ne Geschwis­ter, mei­ne Fami­lie und mei­ne Freunde.“

Unser Ver­band wird Anna Mett­bachs Andenken in gro­ßer Dank­bar­keit bewahren.

Teilnahme am Tag der deutschen Einheit

Anläss­lich des 25. Jah­res­tags der Wie­der­ver­ei­ni­gung nahm unser Lan­des­vor­sit­zen­der Adam Strauß an den Fei­er­lich­kei­ten zum 3. Okto­ber in Frank­furt am Main teil.

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Adam Strauß und Clau­dia Roth (Vize­prä­si­den­tin des Bundestags)

Bildungsförderung für Sinti und Roma

Der Lan­des­vor­sit­zen­de infor­miert dar­über, dass es bei der von unse­ren Men­schen gegrün­de­ten Hil­de­gard Lag­ren­ne Stif­tung die Mög­lich­keit gibt, eine För­de­rung für Bil­dung zu bean­tra­gen. Alle Sin­ti und alle Roma kön­nen bei der Stif­tung Zuschüs­se zu Aus­bil­dung, Fort­bil­dung und Wei­ter­bil­dung und zur Stu­di­en­vor­be­rei­tung erhal­ten. Wenn ihr euch an die Stif­tung wen­det, kann sie nach pas­sen­den Sti­pen­di­en­pro­gram­men suchen und euch bei die­sem Antrag unter­stüt­zen. Die Stif­tung kann auch selbst Sti­pen­di­en vergeben.

Für wei­te­re Fra­gen wen­det euch bit­te an die Hil­de­gard-Lag­ren­ne-Stif­tung.

Parlamentarischer Abend

Am 21. Sep­tem­ber fand der Par­la­men­ta­ri­sche Abend 2015 im Hes­si­schen Land­tag statt. Für den Ver­band nahm der Vor­sit­zen­de Adam Strauß teil. Mit den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Land­tags­frak­tio­nen und der Lan­des­re­gie­rung hat sich der Vor­sit­zen­de zu ver­schie­de­nen aktu­el­len The­men und Anlie­gen ausgetauscht.

Unser Landesvorsitzender Adam Strauß mit Hessens Innenminister Peter Beuth
Adam Strauß mit Hes­sens Innen­mi­nis­ter Peter Beuth

Umfrage zu Diskriminierung

Heu­te star­tet die bis­lang größ­te Umfra­ge zu Dis­kri­mi­nie­run­gen, die es bis­her in Deutsch­land gege­ben hat.

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Bild: Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bundes

Jede in Deutsch­land leben­de Per­son kann sich online an der Umfra­ge der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des (ADS) betei­li­gen: zur Umfra­ge

Radio hören gegen Rassismus

Radio Darm­stadt hat im Rah­men sei­ner Sen­dungs­rei­he “Gegen das Ver­ges­sen” zwei Sen­dun­gen zum gesell­schaft­li­chen Anti­zi­ga­nis­mus produziert.

Bild: Radio Darmstadt
Bild: Radio Darmstadt

Die ers­te der bei­den Sen­dun­gen wur­de am 24. August  erst­aus­ge­strahlt. Die Redak­teu­re haben anti­zi­ga­nis­ti­sche Gesän­ge bei der Auf­stiegs­fei­er des SV Darm­stadt 98 zum Anlass genom­men, sich mit Anti­zi­ga­nis­mus im all­ge­mei­nen, aber auch mit Ras­sis­mus in Sta­di­en zu beschäftigen.

Neben dem Wis­sen­schaft­ler Dr. Udo Eng­bring-Romang und dem Darm­städ­ter Ober­bür­ger­meis­ter Jochen Partsch kommt auch Rinal­do Strauß vom Lan­des­ver­band in dem Bei­trag zu Wort.

Der Bei­trag kann hier nach­ge­hört wer­den (Sen­dung vom 24.08.2015)

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sen­dung fin­den Sie hier.

Unterstützung für Mieter in Bad Hersfeld

Der Lan­des­ver­band unter­stützt Mie­ter in Bad Hers­feld, die zu unse­rer Min­der­heit gehö­ren. Mit teils schwer­wie­gen­den bau­li­chen Män­geln wur­den sie über Jah­re von ihrer Ver­mie­te­rin, der Stadt Bad Hers­feld, im Regen ste­hen gelas­sen. Nach­dem sich die Mie­ter bei uns gemel­det hat­ten, haben wir am 23. Juli 2015 gemein­sam mit ihnen sowie Ver­tre­tern der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft und der Stadt eine Orts­be­sich­ti­gung unter­nom­men und dabei die Män­gel auf­ge­nom­men. So müs­sen bspw. Wege geplas­tert und Grund­stü­cke ent­wäs­sert wer­den. Die Besei­ti­gung der Män­gel wird jetzt zum Teil vom Eigen­tü­mer, zum Teil von der Ver­mie­te­rin über­nom­men. Wir wer­den wei­ter­hin die Ver­ant­wort­li­chen dazu anhal­ten, die Män­gel zeit­nah und gründ­lich aus­zu­bes­sern. Die Ange­hö­ri­gen unse­rer Min­der­heit dür­fen nicht als Mie­ter zwei­ter Klas­se behan­delt wer­den, son­dern haben die glei­chen Rech­te und Pflich­ten wie ande­re Deut­sche auch.