Am 23. März wurde den verfolgten Sinti in Marburg vor dem heutigen Bauamt in der Barfüßerstraße gedacht. An diesem Ort, an dem sich vor 78 Jahren noch das Landratsamt befand, mussten sich die Sinti aus Marburg und Umgebung damals versammeln, ehe sie nach Auschwitz deportiert wurden. Die Gedenkveranstaltung fand aufgrund der Pandemie ohne Publikum statt und wurde aufgezeichnet. Es sprachen Oberbürgermeister Thomas Spieß und der Vorsitzende des Hessischen Landesverbandes deutscher Sinti und Roma, Adam Strauß. Hans Junker von der Geschichtswerkstatt Marburg verlas anschließend die Namen der Deportierten. Mit einer Schweigeminute endete die Veranstaltung.
Kategorie: Allgemein
Gedenken an die Deportation von 69 Sinti in Darmstadt
am Sonntag, den 14.03.2021 haben Adam Strauß, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma und der Oberbürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch sowie Daniel Neumann Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und Renate Dreesen von der Initiative Denkort Güterbahnhof Darmstadt an die Deportation vor 78 Jahren gedacht, bei der 69 Darmstädter Sinti aus ihrem Leben gerissen und nach Auschwitz verschleppt wurden.

In seiner Rede betonte Adam Strauß nochmals den langen und harten Kampf der Bürgerrechtsbewegung um die Anerkennung der Minderheit als Opfer des Nationalsozialismus.
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Mitschnitt der Gedenkveranstaltung
Zeitzeugen im Gespräch III — Robert Ebender
Der Sinto Robert Ebender berichtet im Video über sein Leben, die NS-Verfolgung und den anschließenden Kampf um Entschädigung.
Geboren wurde Robert Ebender in Hitzenkirchen/Hessen. Bis 1942 lebt er in Wiesbaden, besucht ab 1934 die Hebbelschule. 1938 muss die Familie die Wohnung verlassen und wird in Baracken in Biebrich untergebracht. Hier wird die Familie von RassenforscherInnen auf Romanes ausgefragt, erfasst und fotografiert. Als die Nazis seine Familie im März 1943 nach Auschwitz deportieren, bekommt er das zunächst nicht mit, weil er zu dieser Zeit in einem Heim für Jugendliche im nordhessischen Rengshausen untergebracht ist. Er selbst wird als 16jähriger dann am 9. Mai 1944 verhaftet und nach Kassel gebracht, wo er im Gefängnis noch einen Bombenangriff mit erleben muss. Von hier wurde er deportiert und kam am 27. Mai in Auschwitz-Birkenau an. Hier werden seine Mutter und vier Brüder ermordet. Er selbst kommt auf Transport in andere Lager: am 3. August 1944 erreicht er das KZ Buchenwald, wird von dort wenig später ins Außenlager Dora und dann nach Ellrich deportiert, wo er schwerste Zwangsarbeit leisten muss. Von dort geht es gegen Kriegsende auf Transport nach Oranienburg, wo Robert Ebender schließlich von russischen Soldaten befreit wird. Ab den 1950ern beginnt der Kampf um Anerkennung, den er bis in die 1990er fortführen muss.
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Gedenken an die Deportation der Wiesbadener Sinti vor 78 Jahren
Vor 78 Jahren, am 8. März 1943, wurden 119 Sinti von Wiesbaden aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Auch in diesem Jahr gedachte an diesem Tag Adam Strauß, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Wiesbadener Oberbürgermeister Geert-Uwe Mende und der Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel.
Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet durch das Sunny Franz Duo. Aufgrund der Covid-19 Pandemie fand die Gedenkveranstaltung digital statt und kann auch weiter abgerufen werden:
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Digitaler Fachtag zum Thema GRUPPENBEZOGENE MENSCHENFEINDLICHKEIT
Am 25. Februar 2021 fand unter der Frage HANAU UND HALLE: Ein »Angriff auf uns Alle«? ein digitaler Fachtag statt.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Vertreter*innen der an der Planung beteiligten Organisationen, zu denen auch der Landesverband gehörte, führte Gilda Sahibi als Moderatorin durch den Tag. Zuerst befasste sich Prof. Dr. Andreas Zick mit dem Versuch, eine Zustandsbeschreibung in Krisenzeiten vorzunehmen. Unter dem Titel „Zwischen Demokratieverachtung und Menschenfeindlichkeit“ gab er Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse. Vorab betonte er mit Blick auf den rassistischen Anschlag in Hanau noch einmal ganz persönlich, die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements und die damit verbundene Forderung nach Aufklärung. Ohne dieses Engagement sinke die öffentliche Aufmerksamkeit schnell wieder, weshalb dieses enorm wichtig sei und auch weiterhin bleibe.
Im Anschluss daran diskutierten nach kurzen Impulsreferaten Samuel Salzborn, Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus, Markus End, Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung und Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne Frank über Antisemitismus, Antiziganismus und antimuslimischen Rassismus.
Am Nachmittag konnten diese und weiter Themen dann in Workshops noch vertieft werden. Ibrahim Arslan, der selbst Überlebender des rechten Anschlags in Mölln ist, sprach über die Bedeutung des Empowerments der Betroffenen von rechtem Terror. Die Workshops von Dana Ionescu, Markus End und Nava Zarabian ging es jeweils um die kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Antiziganismus oder antimuslimischem Rassismus. Mit dem rassistischen Anschlag in Hanau und seinen Folgen befassten sich zwei weitere Workshops, einer mit Karin Zennig, aktiv in der Initiative 19. Februar und einer mit dem Filmemacher Marcin Wierzchowski und dem Überlebenden des Anschlags in der Hanauer Arena-Bar Piter Minnemann, der ebenfalls Teil der Hanauer Initiative ist.

Auf dem Abschlusspodium wurden die unterschiedlichen Perspektiven unter der Frage nach den Möglichkeiten von solidarischen und empowernden Handlungsmöglichkeiten wieder zusammengebracht. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen des Fachtags, der neben dem Hessischen Landesverband deutscher Sinti und Roma, von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, der Bildungsstätte Anne Frank, der Diakonie Hessen, dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN sowie dem Religionspädagogischen Institut der EKKW und der EKH organisiert wurde, wurden aufgezeichnet und können noch nachgehört bzw. gesehen, werden. Für die Workshops ist das leider nicht möglich.
Gedenken an den rassistischen Anschlag in Hanau vom 19. Februar 2020
Wir Erinnern und Trauern um Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.
Anlässlich des ersten Jahrestages des rassistischen Anschlags in Hanau vom 19. Februar besuchten Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des Verband Deutscher Sinti und Roma — Landesverband Hessen und Romeo Franz, Mitglied im Stiftungsrat der Hildegard Lagrenne Stiftung und Abgeordneter von Bündnis 90/die Grünen im Europaparlament die Mahn- und Gedenkorte in Hanau.
Zeitzeugen im Gespräch II — Anna und Michael Böhmer
Im aktuellen Video kommen Michael und Anna Böhmer zu Wort.
Michael Böhmer wurde 1930 in Morscheid im Hunsrück geboren und zog mit seiner Familie 1938 nach Koblenz. 1940 wurden er und seine Familie mit einem Lastwagen aus der Wohnung abgeholt. Mit dem Zug ging es weiter in das Sammellager auf dem Kölner Messegelände. Von dort wurden sie nach Polen in das Ghetto Kielce deportiert. Der Vater, der ältere Bruder und der 10jährige Michael mussten dort Schwerstarbeit im Steinbruch verrichten, der Bruder kam dabei ums Leben. Michael Böhmer und seine Eltern überlebten und kehrten zunächst nach Koblenz zurück. Ab 1947 lebte Michael Böhmer dann in Darmstadt.
Anna Böhmer, geboren 1926 in Alsfeld, lebte in Darmstadt und Frankfurt. 1940 wurde sie mit ihrer Familie in das Frankfurter Internierungslager “Kruppstraße” gebracht. Sie berichtet über die Bedingungen dort und die Zwangsarbeit in der einer Frankfurter Weinhandlung. Im März 1943 deportierten die Nazis sie und ihre Familie nach Auschwitz. Ihre Eltern, Geschwister und Großeltern wurden ermordet und auch ihre vielen Onkel und Tanten. Sie überlebte als einzige. Von Auschwitz wurde sie kurz vor Kriegsende noch nach Ravensbrück und Wittenberg an der Elbe gebracht, wo sie bis zur Befreiung Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik verrichten musste.
Kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus – Thema stößt auf reges Interesse bei Schüler/innen der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach/Ts.

Am 12.2.2021 war der Landesverband mit einem digitalen Vortrag an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach im Taunus. Rinaldo Strauß sprach vor ca. 80 Schüler/innen, die als Beauftragte des Projektes “Schule ohne Rassismus — Schule mit Courage (SoR)” tätig sind. Einführend wurde vom Projektbeauftragten Willi Jahncke auf die antiziganistischen Äußerungen im Rahmen der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ und auf die Kritik daran Bezug genommen, um die Aktualität zu verdeutlichen. Im Vortrag selbst ging es dann um die Geschichte des Antiziganismus und seine Auswirkungen bis zum nationalsozialistischen Völkermord. Darüber hinaus wurden die Kontinuitäten nach 1945 und die Kämpfe der Bürgerrechtsbewegung bis heute thematisiert.
Nach dem Vortrag wurden viele interessierte Fragen gestellt und über weitere Kooperationsmöglichkeiten gesprochen.
Veranstaltung anlässlich des 27. Januar

Am 28. Januar hielt Rinaldo Strauß im Rahmen einer Veranstaltung anlässlich des Holocaustgedenktages an der Nell-Breuning-Schule einen Vortrag zum Thema “Wie ‘Zigeunerbilder’ einen Völkermord möglich machten. Mit dabei waren neben etwa 80 SchülerInnen auch der Bürgermeister der Stadt Rödermark Jörg Rotter und die Schulleiterin Christine Döbert, sowie der Geschichtslehrer Andreas Zies. Einen ausführlichen Bericht zu dieser gelungenen Veranstaltung gibt es hier.
#WeRemember — Zeitzeugengespräche online
Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Aber wir tun das nicht nur heute. Wir veröffentlichen hier von nun an regelmäßig Zeitzeugengespräche, in denen Betroffene von ihrer Diskriminierung und Verfolgung als Sinti oder Roma während des Nationalsozialismus berichten. Die Aufzeichnungen sind schon älter, die Dokumentation der Berichte der hier vorgestellten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aber umso wichtiger. Die Videos können auch über unseren Youtube-Kanal oder über Facebook abonniert werden und stehen hier auf unserer Website unter Filme zur Verfügung.
Im aktuellen Video berichtet Spinetta Weimer über ihre Verfolgung im Nationalsozialismus.Spinetta Weimer wurde 1933 in Attendorn geboren. Über Dortmund wurde sie mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern 1943 nach Auschwitz deportiert. Hier starben drei ihrer Geschwister, die jüngste Schwester war gerade einmal 9 Monate alt. Von Auschwitz wurde Sie mit ihrer Mutter in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück und dann weiter nach Bergen-Belsen gebracht, wo Sie schließlich befreit wurde. Spinetta Weimar berichtet über die grausamen Erfahrungen und auch über die gesundheitlichen und psychischen Folgen. Der Film schildert außerdem den schwierigen Kampf um Entschädigung.











